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…  Reaktionen, die Patienten oft nicht überlebten. Auf diese Weise finanzierten sie ihr eigenes Ableben.
Von Geräteabschaltungen bei Komapatienten oder vergleichbaren ans Bett gefesselten Menschen las man regelmäßig. In den letzten Wochen brannten zahllose Seniorenheime bis auf die Grundmauern nieder – Überlebende gab es kaum.  
Aber nun dieses! Daß dem Staat allenthalben Geld fehlte, war hinlänglich bekannt, was aber war aus dem Generationenvertrag geworden? Jeder, der während seines Arbeitslebens Einzahlungen in Renten – oder Pensionskassen tätigte, hatte einen Anspruch auf diese Altersbezüge, ein staatlich verbrieftes Recht darauf! Wo waren diese Gelder hingelangt? Die eine oder andere empfindliche Kürzung hatten alle hinnehmen müssen, auch die Ruheständler. Aber so etwas?    
„Wie heißt dieser Mensch in Frankfurt, von dem Helen gesprochen hat?“ unterbrach Hermann die Gedanken seines Freundes.
Bernd war tief hinabgetaucht in dieses schicksalsträchtige Labyrinth, bestehend aus Lügen, Egoismus und Raffgier, aus der ewigen Verschwendungssucht der Politiker und dem daraus resultierenden notorischen Geldmangel, bis hin zum organisierten Mord, daher benötigte er ein paar Sekunden, um Hermanns Frage zu verstehen.
„Der Mann heißt …Grabow“, kam es tonlos über seine Lippen.
„Warum gehen wir nicht einfach zur Polizei oder zu einem ... Gericht?“ fragte Hermann den Freund.
Diese Frage hatte Bernd längst erwartet. Warum hatte Rüdiger nicht jene amtlichen Stellen aufgesucht, nachdem er mit dieser unglaublichen Sache konfrontiert worden war? Die Antwort war denkbar einfach.
„Rüdiger war der Ansicht, er könne niemandem mehr trauen. Seinen Arztkollegen nicht und schon gar nicht der Justiz. Erinnere dich nur an deinen vergeblichen Versuch, nach ihrem Unfall die Einlieferung der beiden Beckers in die Klinik zu verhindern. Inzwischen teile ich Rüdigers Bedenken.“
   Zusammengesunken saßen die beiden Männer auf jener feuchten Bank unweit des Waldrandes, jeder hing seinen Überlegungen nach, keiner bemerkte, daß der große Wolfshund mittlerweile hinter der Lehne stand. Er hatte seine erfolglosen Jagden beendet, schaute interessiert auf die beiden, streckte seine Schnauze unter der Lehne hindurch und stieß Hermann an die Hüfte. Der legte seine Hand auf die kalte Nase des Tieres.
„Man müßte diesen Grabow ... fragen.“
Heiser, fast gehaucht kullerten die Worte aus Hermanns Mund, während er damit beschäftigt war, Brutus‘ Schnauze zu kraulen. …
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