Weiter unten an der Tankstelle ein völlig anderes Bild. Hier war die Hitzeentwicklung so gewaltig, daß sich niemand auch nur in die Nähe wagen konnte, ohne Gefahr zu laufen, in Sekundenschnelle zu verschmoren. Die Feuersbrunst, ausgehend von den Alkoholtanks, hatte sich über die Tankstelle hinweg und - mit deren unerwarteter Hilfe - in Windeseile über das Firmengelände ausgebreitet. Zahllose Hallen standen in Flammen, auch hohe Bürogebäude blieben nicht verschont, Produktionsstätten, Lager, alles. Fenster zerplatzten klirrend, ließen Sauerstoff ins Innere, boten dem Feuer neue Nahrung.
Angespannt starrte Lothar in die Nacht und stieß einen langgezogenen Pfiff aus. Das schrille, zweimal unterbrochene Signal hallte die Straßen entlang und verlor sich in der Dunkelheit. Sekunden später tauchten wie aus dem Nichts vier Pfoten auf. Schnelle Pfoten, unermüdliche Pfoten. Die flinke Hündin hatte den schwerfälligen Rottweiler weit hinter sich gelassen, er war nicht zu sehen. Lothar bat Bernd auf dem Rücksitz das Fenster frei zu machen. Mit einem geübten Satz sprang das Tier durch die Fensteröffnung des Audi direkt auf Bernds Schoß und begrüßte die Insassen auf ihre eigene muntere Art.
Eine unglaubliche Zahl von Löschzügen traf nach und nach auf dem Gelände der Vita Pharma ein. Es hatte den Anschein, als brenne ein ganzer Stadtteil! Und in dem Chaos, bei dem die Schranken der Ein- und Ausfahrt weit geöffnet blieben, verließ der Audi unbemerkt den Ort des Schreckens.
Ein mittlerweile äußerst nervöser Pförtner hielt in seinem Häuschen weiterhin angestrengt Ausschau nach einem angekündigten Konvoi – der niemals eintraf.
Kapitel XIII
Alle großen Tageszeitungen brachten es auf der ersten Seite: Wolfgang A. Heberer, Staatssekretär im Finanzministerium, in seinem Wochenendhaus tot aufgefunden! Aber so sehr Hermann auch suchte, über die Todesursache konnte er keine Silbe entdecken. Seine Frau Vera machte sich beim Betrachten der Schlagzeile ihre eigenen Gedanken, während ihre Hand unverdrossen weiter bügelte.
„Wird wohl ein Herzversagen gewesen sein …“
Hermann schaute kurz auf, registrierte die Ironie in ihren Worten, vertiefte sich aber sogleich wieder in das Blatt.
„Er war doch erst 52, Schätzchen. …
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