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…  Er war größer als Hermann, und mit seiner ausgestreckten Hand, die noch immer den Handschuh trug, gelang es ihm, einen der oberen Kartons zu öffnen und hineinzufassen. Beim Zurückziehen des Armes wurde im Schein der Lampen ein gelbes Couvert sichtbar; es war gefüllt …  
   Lautes tiefes Hundegebell erschallte plötzlich vor dem Gebäude und ließ die drei Männer aufhorchen. Sie hatten kein Licht eingeschaltet, sondern lediglich ihre Taschenlampen benutzt. Vielleicht waren sie nicht vorsichtig genug gewesen, und ein Wachmann hatte von außen einen Lichtschimmer erkannt? Warum aber bellte der Wachhund? Ihm dürfte es gleichgültig sein, ob hier im Gebäude Licht flackerte oder nicht. 
Lothar zögerte keinen Augenblick. Er faßte seine Hundedame am Halsband, ging zu dem rückwärtigen Fenster, das Bernd zerbrochen hatte, öffnete es und half der Hündin hinaus ins Freie. Sie lief um das Gebäude herum, dem drohend bellenden Rottweiler entgegen, schlug einen Haken und tauchte im Schatten zweier Gebäude unter. Der Rüde verstummte sofort, als er ihrer ansichtig wurde. Mittlerweile angeleint, stemmte er seine Beine wie besessen auf den Asphalt und war nun gar nicht mehr zu kontrollieren. Sein Kopf wand sich hin und her, verzweifelt versuchte der Hund dieses lästige Halsband abzustreifen, was ihm tatsächlich gelang. Und schon war er dort verschwunden, wo kurz zuvor die Schäferhündin untergetaucht war. Keuchend rannte der Wachmann hinterher, rief seinen vierbeinigen Kollegen laut beim Namen. Vergeblich. Die beiden Tiere hetzten über das gesamte Firmengelände. 
   Im Innern des Gebäudes, verborgen am Fenster, verfolgten die drei Einbrecher die Aktion. Als sich draußen die Lage wieder beruhigte, kehrten sie zurück zu ihrem Fund, begierig zu erfahren, was es mit jenen Schachteln auf sich hatte. Die genaue Untersuchung ergab, daß sie an der richtigen Adresse waren: In jenem Raum stapelten sich nicht etwa Tausende dieser tödlichen Couverts. Lothar öffnete einen der Kartons, zählte die Umschläge, anschließend die Kartons und rechnete kurz nach – es waren mehr als 10 Millionen! Alle adressiert und bereit zum Versand! Aber in Anbetracht jener großen Lücke an der rechten Wand mußte man davon ausgehen, daß ein beträchtlicher Teil davon bereits unterwegs war … 
Um zu verhindern, daß der verbliebene Bestand auch noch verschickt werden konnte, wollte Bernd in einer Art Affekt den gesamten Stapel sofort mit Benzin übergießen und anzünden. …
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