„Sektion M“, las er laut vor. Groß stand es auf dem Zettel in seiner Hand. Wie Hunderttausende vor ihnen, so sollten auch die von Lothar beschlagnahmten toxischen Briefe hierher zurückgeschickt werden. Jene grünen Umschläge, die im Lande so unglaublich viele Opfer gefordert hatten. „Vita Pharma - Sektion M.“
Von außen war nicht zu erkennen, wo jene Abteilung liegen sollte. Das Werk war mehr als einen Kilometer lang, ebenso breit und grenzte im Osten an den sich träge in Richtung Holland schiebenden Rhein.
„Wie gehen wir rein?“ fragte Bernd seinen Kollegen. „Ist es leichter, über den Zaun zu steigen und nach diesem Bereich zu suchen, oder wäre es ratsam, das Gelände …offiziell zu betreten?“
Sein Blick traf Lothar und der nickte bereits. Der zweite Vorschlag gefiel ihm wesentlich besser und versprach auch schnelleren Erfolg. Wenn der Pförtner kooperierte, waren sie im Nu an Ort und Stelle. Was ihnen allerdings fehlte, war ein Durchsuchungsbefehl, also mußten sie improvisieren, die eine oder andere Erklärung abgeben. Oder sie verschafften sich anderweitig Respekt. Lothar hatte eine Idee, stieg aus und lief auf das Pförtnerhaus zu.
Der Mann erschrak. Das Fernsehprogramm zeigte soeben eine düstere Kinokasse, vor der unvermittelt eine triefend nasse Person mit Hut auftauchte. Und fast synchron beugte sich Lothar hinunter zu der mit kleinen Löchern versehenen, für die Kommunikation vorgesehene Öffnung. Er zeigte seinen Dienstausweis und bat um Einlaß, der leichte Regen gestaltete den Aufenthalt im Freien ungemütlich. Im Innern des Häuschens setzte sich der Besucher sogleich auf den einzigen Stuhl, während der Pförtner irritiert stehen bleiben mußte.
Bernd und Hermann starrten angespannt aus dem Wageninneren herüber, konnten nichts hören, sahen nur die beiden Personen. Seelenruhig saß Lothar auf dem Stuhl und schaute hinaus, deutete mit der Hand in mehrere Richtungen, danach sah er den Wächter an. Ein entschlossenes Kopfschütteln war dessen Reaktion, ein höchst empörtes, wie es schien. Lothar ließ sich nicht beirren, stand seinerseits plötzlich auf und trat ganz nahe an den Mann heran. Dabei ließ er wie unbeabsichtigt seine Dienstwaffe sehen, die unter seinem Jackett im Schulterhalfter steckte. Das beeindruckte den Mann offenbar mächtig. Nun war er es, der mit ausgestrecktem Arm auf den äußersten Rand des Geländes zeigte. …
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