Der schwierigste Part kam erst noch, wie Hermann vermutete. Die junge Bedienung in jenem Fotogeschäft wußte mit den Männern auf der Fotografie nichts anzufangen, erst als der Inhaber erschien, konnte der weiterhelfen. Er erkannte Grabow, wußte sogar dessen Namen, suchte in seiner Kartei und fand in Kürze die Adresse. Hermann schrieb sie fein säuberlich ab, steckte das Papier in seine Hosentasche und verließ überglücklich den Laden.
Als er draußen auf der Straße die linke Hand plötzlich ganz für sich alleine zur Verfügung hatte, erschien ihm das zwar angenehm, aber etwas fehlte, Hermann erschrak. Das unter solch großen Mühen ‚erworbene’ Bild lag noch im Fotogeschäft und zwang ihn augenblicklich umzukehren. Nach wenigen Sekunden befand sich dies überaus wichtige Utensil wieder in seinem Besitz.
Es war ein ereignisreicher Vormittag gewesen; die Rückfahrt nach Wiesbaden gestaltete sich wesentlich ruhiger.
Kapitel XV
Der Mann fand sich eingekeilt auf der Rückbank zwischen zwei Uniformierten, schwitzend, hatte den Blick starr nach vorne gerichtet, wo neben dem Fahrer ein weiterer Polizist saß. Sein teurer Maßanzug aus bester Kaschmirwolle schien ein wenig gelitten zu haben, zeigte an einigen Stellen gewisse Nachlässigkeiten, augenfällig abgescheuerte Flächen, die so gar nicht zu dem feinen Tuch passen wollten. Sie waren eine Folge der Tatsache, daß er sich seiner vorübergehenden Festnahme durch Flucht entziehen wollte und die Beamten sich somit genötigt sahen, etwas fester zuzugreifen. Es hatte ihm nicht weiter geschadet.
Schweigsam war er geworden. Zu Beginn noch wild zeternd, den vier Beamten ihre Entlassung androhend, ihnen gar in wenig blumenreicher Sprache den Verlust ihrer Pensionen vor Augen führend, hatte er sich zu irgendeinem Zeitpunkt in sein Schicksal ergeben. Er ahnte nicht, was sie mit ihm vorhatten oder wohin sie ihn bringen würden. Mit hoher Geschwindigkeit raste der Dienstwagen mit dem Kennzeichen des Bundesgrenzschutzes über die A 3 in Richtung Frankfurt.
Die vier Polizisten hatten den Bundespolitiker direkt aus seiner Villa in der Nähe von Köln geholt, ihn kurz nach 15 Uhr unsanft aus dem Mittagsschlaf gerissen. Ihr Wortführer teilte ihm knapp und formlos mit, seine Präsenz werde erwünscht, und mußte ihn, als er kopflos zu fliehen versuchte, zu Boden werfen, mit Handschellen versehen und den sich heftig wehrenden Mann mit Hilfe seiner Kollegen kompromißlos aus der Wohnung zerren. …
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