„Meine Damen und Herren, dies ist eine Art Besetzung Ihres Studios für etwa … für einige Zeit. Wir haben eine wichtige Mitteilung an die Bevölkerung zu machen und bitten Sie um Ihre Mithilfe, vor allem aber um eines: Unterbrechen Sie nicht die Übertragung, denn was hier und heute geschieht, betrifft uns alle. Ohne Ausnahme. Auch Sie!“
Der Nachrichtensprecher, an seinem großen, annähernd leeren Tisch, zeigte zunächst keine Reaktion, ihm erschien dies alles unwirklich. Nicht so der Regisseur, der hinter einer Glaswand in einem Extraraum stand und sich aufgeregt per Mikrofon meldete.
„Sie müssen sofort das Studio verlassen. Wir senden jetzt die Nachrichten!“
„Deshalb sind wir hier!“
Mit diesen Worten stellte Bernd seinen glänzenden Koffer demonstrativ unweit des Mikrofons auf den Tisch des Sprechers, bat diesen, sich zu erheben und stellte ihm frei, den Raum zu verlassen, oder sich die Sendung anzusehen. Seine Sendung. Der Mann entschied sich spontan für letzteres.
„Das können Sie mit uns nicht machen!“ ereiferte sich der Regisseur.
„Guter Mann“, begann Bernd aufs neue, an den Regisseur gerichtet. Er setzte sich, und ein leiser gefährlicher Unterton verlieh seiner Stimme Nachdruck. „Hier in diesem Koffer befindet sich etwas, was Ihnen allergrößtes Kopfzerbrechen bereiten könnte. Sollten Sie also auf die Idee kommen, die Sendung auch nur für eine Sekunde zu unterbrechen, werden Sie den Erfolg Ihrer Tat nicht mehr genießen können. Haben Sie das verstanden?“
Er hatte. Und wie er das verstanden hatte. Eilig nahm er die Hände hoch zum Zeichen, daß er nichts Unerlaubtes anrühren würde - seine Mitarbeiter ließen ähnliche Attitüden erkennen - sodaß jener Uniformierte, der neben ihm stand, ihm anerkennend auf die Schulter klopfte und ihn und seine Kollegen bat, die Hände wieder herunter zu nehmen. Unterdessen legte Bernd den Koffer um, unendlich vorsichtig. Anscheinend war der Umstand, daß sich mehrere Polizisten im Raum befanden, dafür verantwortlich, daß diese Aktion beinahe einen offiziellen Charakter erhielt. Trotz des ,gefährlichen Koffers’.
„Wer ist denn dieser Mann dort in den Pantoffeln?“ flüsterte der Regisseur dem Beamten an seiner Seite zu. „Ich kenne diesen Mann, das ist doch unser…“
Der Uniformierte unterbrach ihn leise:
„Sie haben völlig recht. Er ist es. Er ist unser Ehrengast am heutigen Abend. …
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