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…  Wehren Sie sich, halten Sie Ihre Augen offen, wo immer Sie sich befinden! Bringen Sie uns diesen Rudolf Grabow! Und noch eines: Trauen Sie bis dahin niemandem. Keinem Arzt, keinem Staatsanwalt, keinem Richter. Nicht einmal der Polizei. Ich danke Ihnen.“ 
Nach seinem Schlußwort stand Bernd auf, griff sich den ‚gefährlichen’ Koffer und verließ vor laufenden Kameras zusammen mit seinen Helfern das Studio, den heulenden Meininger ließen sie sitzen. Einer der Beamten nahm ihm die Handschellen ab. Der Mann war ohnehin erledigt. Und um diesen Eindruck zu verstärken, zeigte die Kamera seine nackten, in karierten Pantoffeln steckenden Füße aus aller nächster Nähe … Im Anschluß den Karton der Firma Vita Pharma, der im Studio verblieben war. 
   Auf dem Flur vor dem Studio hielten alle Beteiligten, außer Hermann, ihre Waffen in Händen, aber zu ihrem großen Erstaunen zeigte sich kein einziger Gesetzeshüter auf den Gängen, ungehindert konnte der Wachmann Herbert seine Freunde zum Ausgang geleiten. Die Männer bedankten sich für seine Mithilfe, erreichten ihre Autos und verließen das Gelände des Senders ohne den geringsten Widerstand. 
„Ich verstehe das nicht“, brach es aus Lothar heraus, als sie bereits die Autobahnauffahrt hinaufrasten. „Warum fahren wir eigentlich so schnell? Es ist nicht ein Polizeiwagen zu sehen, der hierher zum Sender fährt. Nicht einer!“
Vollkommen ruhig lag der Fernsehsender im Hintergrund. Es war gegen 19 Uhr dreißig, noch taghell, und mittlerweile dürften die offiziellen Nachrichten begonnen haben. Bernd schaltete das Radio ein. Die laufende Sendung war unterbrochen, eine Rundfunksprecherin erzählte aufgeregt, was sich soeben in dem Mainzer Fernsehsender zugetragen hatte. Sogar Bernd war zu hören, Meininger ebenfalls. Seine eigene Stimme erschien Bernd etwas fremd, die des Ministers erkannte er wohl.
„Bin ich das?“ fragte er etwas ungläubig, die Freunde bestätigten es.
Ein wenig konfus berichtete die Frau im Radio über den dreisten Überfall auf den Sender, der keine Verletzten gefordert hatte, der keine Lösegeldforderungen nach sich zog, ja, von dem überhaupt noch niemand so recht wußte, welches Ziel er eigentlich verfolgte. Erst als eine direkte Verbindung zum Fernsehsender zustande kam und sie mit einem Beteiligten sprechen konnte, klärte sich die Situation allmählich auf. Ihr Gesprächspartner berichtete mit gefaßter Stimme von einem völlig entkräfteten Finanzminister, der ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte, von unglaublichen Enthüllungen über das Schicksal zahlloser Ruheständler, über die bankrotte Regierung und letztlich über den insgesamt friedlichen Verlauf der Besetzung. …
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