„Geht schon wieder. Muß. Steine sind schuld. Man sieht sie kaum.“
„Sie wissen gar nicht wie recht Sie haben. Im letzten November habe ich mir hier ganz in der Nähe auch den Knöchel verstaucht. Den rechten. Dort oben war es. Ich habe die Steine auch nicht gesehen …“ Hermann zeigte in die Richtung.
Die Augen der jungen Frau stierten den gewaltigen Hund an, der ganz dicht heran gelaufen war, das Stück Holz fallenließ und aufgeregt am Gesicht der Dame zu schnuppern begann. Die konnte ihre Angst nicht verbergen, steif wie ein Soldat saß sie plötzlich auf der Bank, von Panik befallen. Hermann faßte sofort Brutus’ Halsband, die Frau entspannte sich nur wenig.
„Sie brauchen keine Angst zu haben“, beruhigte er sie und setzte sich neben sie auf die braune imprägnierte Holzbank. „Brutus ist ein Gentleman. Niemals würde er jemanden beißen, nicht Brutus?“
Als ob er die Worte verstanden hätte, schob der Hund seinen massigen Kopf unter Hermanns Hand und zwang diesen, ihn zu kraulen.
„Sie können ihn ruhig anfassen. Er mag das.“
Aber die junge Dame machte keinerlei Anstalten den Wolfshund zu berühren, der die Liebkosungen Hermanns mit geschlossenen Augen sichtlich genoß.
„Trauen Sie sich doch! Schauen Sie, sogar in den Mund kann man ihm greifen, nicht wahr, mein Bester?“ sagte Hermann.
Der Hund ließ es sich gefallen, daß Hermann ihm das Maul öffnete und seine Zunge faßte. Angenehm war es nicht, aber es gab Schlimmeres. Die Frau zeigte noch immer großen Respekt, weit davon entfernt auch nur das graue Fell zu berühren. Brutus befreite sich von Hermanns Griff und legte seine Schnauze auf das nackte Knie der jungen Frau. Vielleicht wollte er sie auf diese Art ermutigen, mit ihm in Kontakt zu treten. Sie wich nicht zurück, starrte nur ängstlich auf den wilden Kopf und die feuchte Nase, die nicht aufhören wollte zu schnüffeln.
„Ich habe etwas … Angst vor Hunden“, kam es zaghaft über ihre Lippen, und das H bei dem Wort Hund wurde zu einem CH, wie man es von Slawen kennt. Sie sprach recht gut deutsch, aber ihren Akzent konnte sie nicht verbergen; und wollte dies auch nicht.
Als kleines Mädchen war sie von einem Mischling ins Gesicht gebissen worden, wovon sie eine winzige Narbe zurückbehalten hatte. Die befand sich genau zwischen Unterlippe und Kinn, war aber kaum noch zu sehen.
Diese Frau gefiel Hermann; nicht zuletzt ihrer Beine wegen. Sie war etwa dreißig, hübsch, schlank, mittelgroß, hatte schulterlanges Haar, ein Paar markante Wangenknochen und dunkle Augen. …
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