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   Auf Anraten des Stationsarztes verließen die drei schließlich das Krankenzimmer. Bernd und Hermann stützten Helen, brachten sie zum Wagen und fuhren sie nach Hause. Dort angekommen brach es aus der Frau heraus. Wie ein Sturzbach plätscherten die Worte aus ihrem Mund, Worte, welche die beiden Männer mit Entsetzen zur Kenntnis nahmen.

Kapitel X



   Der große blanke Aluminiumbehälter stand auf dem glattpolierten Tisch in einem Flachbau des Vita Pharma Konzerns und wackelte beinahe unmerklich. Die Flüssigkeit in seinem Innern hatte noch nicht die Zeit gefunden sich zu beruhigen. Vor wenigen Sekunden erst war der luftdicht versiegelte Kanister von Roald Nielsen dort abgestellt worden. Er wirkte etwas deplaziert, trug keine Aufschrift, gerade eben aus der Transportkiste entnommen. Auf dieser jedoch konnte man ein gelbes Etikett erkennen: Die Kiste kam aus Bangalore, Indien. 
Es war ein gewaltiges Stück Arbeit gewesen, in den Besitz jener Substanz zu gelangen, die dort auf dem Tisch stand und mittlerweile ihre Ruhe gefunden hatte; eine trügerische Ruhe. Völlig bewegungslos verharrte der Behälter jetzt, wie festgefroren. 

   Grabow war unzufrieden gewesen. Die Beseitigung der Alten, wie er es nannte, ging ihm nicht schnell genug. Was er benötigte war ein heimliches aber wirksames Präparat, welches in viel größerem Umfang einzusetzen war als alles bisher Dagewesene. Ein Präparat, das unauffällig war, preiswert und dabei absolut zuverlässig. 
In heimischen Gefilden hatte seine aufwendige Suche begonnen, konzentrierte sich zunächst auf kleinere Chemielabors, aber bald schon mußte er sich eingestehen, daß er auf diese Weise nicht weiter kam. Einer seiner nächsten Schritte führte ihn nach Südafrika, danach knüpfte er Kontakte in Buenos Aires. 
Aber erst im Hochland von Dekhan wurde er fündig. Die indische Millionenstadt Bangalore, Zentrum der Computerindustrie und Sitz des Indian Institutes of Science, war wie geschaffen für Grabows ‚Problem’. In den dortigen Laboratorien war er auf Medjar Singh gestoßen, seines Zeichens Chemiker und Toxikologe ersten Ranges. Singh hatte sich bei der Bekämpfung der Rattenplage in den nördlichen Hafenstädten Surat und Bombay sowie in Kalkutta, wo er die ungeliebten Nager millionenfach durch wohlschmeckende, aber vergiftete Nahrungsmittel zu dezimieren vermochte, einen zweifelhaften Ruf erworben. Als wahrer Volksheld war er gefeiert worden, sein Bild ging damals um die Welt, seine Verdienste verhalfen ihm zu dem heroischen Namen: „Retter der Küsten“. …
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