Daher setzte er sein Gift anfangs sehr sparsam ein. Als die ersten toten Nager von ihren eigenen Artgenossen verzehrt worden waren, die sich dabei ebenfalls vergifteten, bedurfte es nicht mehr viel, und die Ausrottung begann sich wie eine Lawine zu verselbständigen. Entgegen aller behördlicher Warnungen, diese Ratten auf keinen Fall mit den bloßen Händen zu berühren, kam es doch zu zahlreichen Todesfällen unter der Bevölkerung, weil zahllose Tiere im Kochtopf landeten.
Alles in allem dennoch ein unglaublicher Erfolg des Chemikers Medjar Singh, in dessen Labors jeder Beschäftigte nur mit Atemschutz arbeiten durfte. Diese Anordnung jedoch verhinderte nicht den Tod eines Unvorsichtigen, der sich trotz eines defekten Luftfilters zu nahe an eine offene Zentrifuge begeben hatte. Allein die austretenden Dämpfe reichten aus, den Mann binnen Minuten besinnungslos werden und nach wenigen Stunden sterben zu lassen.
Und jener bedauerliche Zwischenfall hatte Grabow, der aus einem pharmakologischen Fachjournal davon erfahren hatte, auf den Plan gerufen. Sofort setzte er sich mit Singh in Verbindung, flog nach Bangalore und traf sich mit dem berühmten Chemiker. Grabow berichtete ihm von ungeheuren Rattenplagen in der Kanalisation deutscher Großstädte und fand in Singh einen interessierten Zuhörer. Kurz nur waren die Verhandlungen, der Preis stimmte, und bald schon befand sich ein Flugzeug mit der todbringenden Fracht an Bord auf dem Flug nach Deutschland.
Roal Nielsen stand vor dem blankpolierten Tisch und schaute nachdenklich auf den silbrig glänzenden Kanister. Nielsen war Däne und arbeitete seit Jahren hier bei der Vita Pharma AG als Chemiker. Unter seiner verantwortungsvollen Obhut galt es nun, dieses gefährliche toxische Produkt zu binden, in eine zähflüssige Masse umzuwandeln, ohne deren Wirksamkeit zu mindern. Dafür boten sich mehrere Träger an. Nielsen entschied sich letztlich für ein Polysacharid, einen pflanzlichen Grundstoff, für die Zellulose, wenn man so will. In Verbindung mit Flüssigkeit läßt jene farblose Materie eine Art Leim entstehen, zähfließend, einem Tapetenkleister nicht unähnlich, der an der Luft trocknet und den man leicht wieder anfeuchten kann. Genau das war es, was Nielsen benötigte. Eine Substanz, die trocken war und nach dem Anfeuchten klebte.
Am frühen Nachmittag war der Däne soweit. Die fertige Zellulose hatte er sich herüberschicken lassen, man verfügte hier bei Vita Pharma über ausreichende Vorräte. …
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