Hauptkommissar Alois Krämer hatte Bernd und Hermann im Vorraum der Krankenstation in Empfang genommen, ihnen kurz mitgeteilt was geschehen war und was die beiden noch nicht wußten. Dazu gehörte auch der Name des Opfers. Es hieß Kleinschmitt. Horst Kleinschmitt. Deshalb waren Hermann und Bernd in keiner Weise überrascht, als sie nach anfänglichem Zögern das Zimmer betraten und an der Seite des Verletzten Helen erblickten, Horsts Gattin.
Erst als Bernd dicht hinter sie getreten war und sie an der Schulter berührte, drehte Helen sich um – und erschrak maßlos. Noch mehr Tränen flossen, liefen über ihr Gesicht, sie begann haltlos zu schluchzen. In dieser ungewöhnlichen Situation legte Bernd seine Hand dennoch freundschaftlich auf ihren Kopf. Hermann, ebenfalls peinlich berührt, gesellte sich dazu, und auch er tröstete die Freundin so gut es in dieser Stunde eben ging.
Im Hintergrund sprach Krämer mit dem Arzt, hoffte innig, von dem Verletzten ein paar wichtige Informationen erhalten zu können, aber der Mediziner machte ihm diesbezüglich keinerlei Hoffnung.
„Er hat schwerste Kopfverletzungen erlitten, Schädelfrakturen, Gehirnblutungen. Sprechen werden Sie mit ihm nicht mehr können. Es sind nur die Geräte, die seinen Körper am Leben erhalten“, sagte er mit leiser Stimme. „Das Hirn ist tot. Seine Frau weiß es bereits.“
Auf dem Flur rief eine Schwester laut seinen Namen, der Arzt verabschiedete sich hastig und ließ Hauptkommissar Krämer stehen. Da der seinerseits nichts weiter in Erfahrung bringen konnte, zudem die Tragik am Krankenbett des Opfers sah, gab er Bernd mit der Hand ein Zeichen und zog sich dezent zurück.
Helen war nicht zu beruhigen. Inmitten ihrer Haushaltstätigkeit war sie in die Klinik gerufen worden, wo sie ihren Gatten besinnungslos vorfinden mußte, schwerverletzt, ohne Hoffnung auf Genesung.
Minutenlang konnte sie nicht sprechen, lehnte nur ihren müden Leib an die beiden Freunde, ließ aber die Hand ihres Gatten dabei nicht los. Ein Weinkrampf folgte dem nächsten, Hermann sah sich genötigt einen Mediziner um Hilfe zu bitten. Der gab ihr ein Beruhigungsmittel, aber es vergingen weitere lange Minuten, bis es zu wirken begann, bis sich ihr Körper entspannte, bis der Tränenfluß nachließ und ihre gemarterte Psyche es ihr wieder gestattete, etwas ruhiger Luft zu holen, kontrolliert zu atmen. Allmählich gelang es Helen sogar, verständlich zu sprechen. Wie es schien, hatte sie einiges zu erzählen. …
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