Die Finanzpolitik des Staates wurde längst nicht mehr in der Hauptstadt gemacht. Sondern in diesem Raum. Vor langer Zeit hatten die Anwesenden Versuche gestartet, ihre maroden Finanzen zu sanieren. Hoffnungslose Versuche, wie es zunächst schien. Im Laufe der Jahre jedoch kristallisierten sich ungeahnte Möglichkeiten heraus, mit denen niemand zuvor rechnen konnte. Möglichkeiten jedoch, die in ihrem Wahnwitz Ihresgleichen suchten.
Zunächst noch geleitet vom edlen Gedanken der Einsparungen an allen nur denkbaren Plätzen, verstiegen sich die Teilnehmer dieser regelmäßig stattfindenden Versammlungen inzwischen zu immer neuen Varianten der Effizienz, der Perfidität und nicht zuletzt der eigenen Bereicherung. Denn jede Einsparung des Staates - es ging um Milliarden - warf ihr Echo zurück direkt in die Hände der versammelten Finanzjongleure in Form von handfesten Prozenten.
In dieser Runde wurden neue Gesetze beschlossen, bestehende zu Fall gebracht, es wurden oberste Richter berufen – oder abgelehnt. Hier regierte die einzig wahre Macht auf Erden: Die des Geldes.
Jene verschworene Gemeinschaft ward ins Leben gerufen in Anbetracht der prekären Finanzlage des Staates, dessen verantwortliche Politiker trotz leerer Kassen nicht auf ihre Privilegien verzichten wollten und, wie all die Jahre zuvor, weiterhin die Milliarden verschwendeten. Versicherungs- und Regierungsgebäude waren gemeinsam in den Himmel gewachsen, nicht jedoch die Einnahmen. Wie jedes Jahr sah sich die Regierung genötigt, ihre Prognose des Wirtschaftswachstums nach unten zu korrigieren. Ursprung dieser Misere war unter anderem eine stagnierende Arbeitslosigkeit von etwa 14 %. Weil die Steuerschraube aber nicht beliebig angezogen werden konnte, konzentrierte man sich zunächst auf die schwächste Gruppe der Bevölkerung: Auf die Ruheständler.
Die aus der Steuermisere resultierenden Fehlbeträge türmten sich zu astronomischen Summen auf, und die unantastbaren Renten – die Rücklagen betrugen zu einem früheren Zeitpunkt viele Milliarden Euro – wurden, von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt, vom unersättlichen Schlund der Politik verschlungen und anderweitig verwendet. …
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