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…  Unbewußt diesen aggressiven Rhythmus übernehmend, schlug Bernd weiter, und als imitierte er Nico, so schob er sein Kinn bei jedem Schlag in dessen Richtung. Und wieder krachte der schwere Haken auf den Schädel des nun am Boden Liegenden. Und wieder, und wieder ...
Dabei behielt Bernd durchaus einen klaren Kopf, er war keineswegs in Rage oder hatte die Kontrolle verloren, er lief nicht Amok. Im Gegenteil! Seine gezielten Schläge waren die Folge von Nicos vorangegangener, vor Hohn triefender fataler Beichte. Bernd erschlug ihn mit voller Absicht, ohne Gnade, ohne Gewissensbisse, ohne Skrupel - im Takt. Ein oder zweimal hätte er beinahe Brutus getroffen, der im adrenalingesteuerten Übereifer auch seinen Teil dazu beitragen wollte; Bernd mußte ihn regelrecht zur Seite schieben.
Erst als von Nicos Kopf nur noch ein blutendes unförmiges Gebilde übrig war, ließ er den Haken fallen und stand keuchend über ihm. Anschließend befreite er sich von seinen Handfesseln und band Hermann los, der sich wider Erwarten in keiner Weise betroffen zeigte. Angewidert spuckte er auf den Erschlagenen, griff sodann Bernds Hand und drückte sie ausgiebig. Der erwiderte den Händedruck, sie sahen sich an und waren sich einig wie nie zuvor in ihrem Leben.
„Was machen wir jetzt?“
Energiegeladen kam diese Frage von Hermann, und als wollte er die soeben begonnene Strafaktion zu Ende führen, stellte er sich neben Walkman und Kopfhörer, die beide an Nicos Seite lagen, noch immer ihr nervtötendes Krächzen verbreitend, und zertrat sie. Einen Moment lang herrschte endlich Stille im Raum. Die Stille des Todes.
„Nichts! Wir machen nichts, Hermann. Es ist nichts geschehen. Gar nichts“, sagte Bernd, der einfach nicht vergessen wollte, daß er selbst seinen Exkollegen nicht mehr trauen konnte, mit Nachdruck.  
Mit einem letzten Blick auf ihr blutüberströmtes Opfer verließen sie das Wohnzimmer und begaben sich hinüber in Rüdigers Arbeitsbereich, wo sie die leeren Schubladen zusammen mit den Papieren auf dem Teppichboden liegen sahen. Aus einem Medizinschränkchen entnahm Bernd zwei Paar Gummihandschuhe. Sie streiften sie über und durchwühlten augenblicklich das Chaos aus Schriftstücken, das sich vor ihren Füßen ausbreitete. 
   Nach erfolgloser Suche schaltete Bernd den Computer ein. Von Hermann wußte er, daß Rüdiger besagte Information auf seinem PC geschrieben hatte. Nach kurzer Zeit schon wurden die beiden fündig, entdeckten in einer Datei die wichtigen Aufzeichnungen, von denen Rüdiger zu Hermann so eindringlich gesprochen hatte und die auf mysteriöse Weise aus dem verunglückten Auto verschwunden waren. …
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