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…  Hatte ihn oft genug gewarnt, war aber auch mehrmals dafür verantwortlich gewesen, daß er übervorsichtig gehandelt, daß er zu lange gezögert hatte, sehr zum Nachteil der jeweiligen Aktionen. Aber wie jedesmal, wenn er diese Signale empfangen hatte, lösten sie auch diesmal bei ihm etwas aus: Den Jagdtrieb!
„Da brennt Licht!“ flüsterte Hermann plötzlich und streckte seinen Arm aus.
In der Tat schimmerte unter einem der Rolläden, der nicht vollständig herabgelassen worden war, ein matter, ein kaum wahrnehmbarer Lichtschein hervor. Nun war Bernd regelrecht alarmiert! Wie in derartigen Situationen gewohnt, glitt seine rechte Hand zur linken Brust, die Dienstwaffe ertastend. Diesen Reflex hatte er sich bewahrt, ihn konnte er nicht verdrängen. Aber leider war da auch heute keine Waffe.  
„Wenn die Beckers zurück wären, hätten sie ihre Post heraus genommen“, sagte Bernd leise und deutete mit der Hand auf den überquellenden Briefkasten vor dem Gartentor. „Außerdem läßt Ilona nie die Läden herunter. Wir müssen damit rechnen, daß es nicht unsere Freunde sind, die dort das Licht eingeschaltet haben.“ 
Nach diesen Worten stiegen sie aus. Bernd öffnete den Kofferraum des dunklen Audis und nahm den Schürhaken mit festem Griff in seine rechte Hand. Lieber wäre er alleine in diese Wohnung eingedrungen, und dennoch, die Gegenwart Hermanns kam ihm nicht ungelegen. Wer weiß, wer sich Zutritt verschafft hatte zu den Räumen der Beckers. Wenn jemand die Jalousien herunter ließ, hatte er etwas zu verbergen ...  
Um Brutus auf dem Rücksitz genügend Luft zum Atmen zu geben, drehte Hermann das hintere Seitenfenster herunter. Danach näherten sich die beiden Freunde in der Dunkelheit behutsam dem Anwesen. 

   Der Mann war, wie ein asiatischer Ninja – Kämpfer, schwarz gekleidet. Mit sehr wenig Mühe hatte er sich durch ein Kellerfenster Zutritt zu dem Haus verschafft, die Jalousien herabgelassen und sich auf die Suche begeben. Wonach er suchte, war ihm nicht ganz klar, denn Juri hatte nur vage Angaben machen können, darüber hinaus waren Nicos Deutschkenntnisse ausgesprochen dürftig, und beim Lesen erging es ihm nicht besser. Nur kurz hatte er seine Taschenlampe benutzt, sie aber rasch beiseite gelegt und den Lichtschalter betätigt; in der hellerleuchteten Wohnung war das Suchen angenehmer.   
Dennoch war es unangenehm kühl hier. In der Hausbar hatte er alten schottischen Whisky entdeckt, sich ein Glas eingeschenkt, saß nun auf der Armlehne eines schweren Ledersessels, starrte auf den kalten Kamin, und der Kopfhörer feuerte Salven harter Heavy Metal Musik in seine Ohren. …
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