Felix mußte Bernd beipflichten. Als ehemalige Staatsbeamte bezogen sie beide in etwa die gleiche Pension, die sich durchaus sehen lassen konnte, die ihnen jedoch ein Luxusleben, wie Horst und Helen es ihnen vorführten, nicht erlaubte. Was die beiden keineswegs bedauerten.
Horsts und Helens heimliche Geldquelle blieb im Dunkeln. Die Freunde unterhielten sich nach dem Essen erneut über das unerwartete und spurlose Verschwinden der Beckers, gelangten aber auch hier zu keinem brauchbaren Ergebnis. Alle drei Ehepaare verspürten eine geheime Angst, ein ähnliches Schicksal könnte auch ihnen beschieden sein, als Hermann jene Papiere zur Sprache brachte, von denen Rüdiger zuletzt gesprochen hatte und die spurlos verschwunden waren.
„Vielleicht hat er sie zu Hause vergessen, als er zu euch fahren wollte“, wandte sich Felix an den Gastgeber, der die Gläser nachfüllte, während Vera den Tisch abräumte.
„Das glaube ich nicht“, antwortete Hermann, „so zerstreut ist Rüdiger nicht. Aber ...“ Hermann zögerte. Seine Augen suchten das Wohnzimmer ab, er erhob sich, ging in den Flur und kehrte sofort wieder zurück, in der Hand einen Schlüsselbund.
„Rüdigers Schlüssel“, sagte er nur und setzte sich wieder neben Bernd. „Ich habe sie zusammen mit den Wagenschlüsseln an mich genommen.“
„Das war klug. Na, dann schauen wir doch mal nach“, formulierte Bernd leise seine Gedanken, „vielleicht finden wir bei ihm zu Hause eine Spur.“
***
Die ohnehin gereizte Stimmung im großen Plenarsaal heizte sich mehr und mehr auf. Regierungspartei und Opposition lieferten sich heftige, von schlüpfriger Polemik begleitete Wortgefechte und widersprachen sich vehement; eher aus Gewohnheit denn aus Überzeugung. Die ungewöhnliche Brisanz der heutigen Thematik resultierte aus einer Eingabe des Finanzministers, in welcher er eine sinnvolle Pflege Schwerstbehinderter in Frage zu stellen suchte. Entsprechend harsch reagierten sowohl die Rechte als auch religiöse Gruppen im Bundestag. Medien waren nicht zugelassen.
„Mit diesen Ihren Äußerungen stellen Sie sich selbst ein Armutszeugnis aus“, wetterte ein Vertreter der Opposition, „wie Sie es von uns nicht dezidierter bekommen könnten, Herr Kollege. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
3802 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
3802 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!