A     A     A
…  Als sie endete, steuerte er den Wagen nach links, bog ab in die Kastanienallee, ließ die letzten Häuser hinter sich. 
   Schon aus der Ferne konnten die beiden Männer die gespenstische Lücke erkennen, die der Brand des Hauses am Rand des Waldes hinterlassen hatte. Sie näherten sich mit gemischten Gefühlen, der Audi rollte langsam aus, Bernd stoppte die Maschine, der Wagen blieb stehen. Mit bangen Empfindungen entstiegen Sie dem Fahrzeug. Gefolgt von Brutus, der glaubte, ein langer Spaziergang im Wald stünde auf dem Programm. 
Jetzt, direkt am Ort des Geschehens, spürten beide Besucher das Bedrückende der Situation in einem bisher nicht gekannten Umfang, Hermann starrte wortlos hinüber zu den traurigen Überresten des einst so hübschen Holzhauses von Walter und Edith. Brutus zerrte ungeduldig an der Leine, aber Hermann wollte ihn hier nicht freilassen. Dort gab es nichts mehr, was für den Hund von Interesse hätte sein können.
   Lange standen die Freunde vor der Ruine, schockiert. Keiner von beiden war nach dem verheerenden Brand vor Ort gewesen. Sie hatten es nicht übers Herz gebracht, hier herauszufahren. 
Zuerst wagte sich Bernd auf den geschwärzten, mit Asche bedeckten Waldboden. Deutlich sah er die Fußabdrücke, welche jene Besucher hinterlassen hatten, die vor ihm an diesem grauenvollen Ort umhergelaufen waren. Das Gebäude war restlos niedergebrannt, kein Tropfen Löschwasser war vergeudet worden. Da es seit dem Brand weder geregnet noch geschneit hatte, war der Untergrund staubtrocken, jeder Schritt wirbelte kleine Aschefontänen in die Höhe, und bald waren Bernds Schuhe mit einer feinen weißen Schicht bedeckt. 
Hermann hatte den Hund an einer Laterne festgemacht, sich dazugesellt und blickte besorgt auf die trostlosen Hinterlassenschaften der Feuersbrunst. Das Haus war so gründlich zerstört, als hätte es jemand systematisch vom Erdboden verschwinden lassen wollen. Und mit ihm seine Bewohner.
„Sieh dir das an“, deutete Bernd auf die Reste der Außenwände, die kaum mehr einen halben Meter maßen. „Hier ist ein Feuer gelegt worden, das in allen Räumen fast gleichzeitig zu brennen begonnen hat. Dieses Inferno hat keine defekte Steckdose verursacht, wie es in den Gazetten zu lesen war. In diesem Fall hätten wir nämlich einen Hauptbrandherd und keine Nebenstellen. Nicht so hier.“
Während seines langen Berufslebens war Bernd oftmals mit Brandstiftern in Berührung gekommen, hatte in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr seine Erfahrung gesammelt, reichliche Erfahrung. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen
...war OK - weiter lesen
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen
  ◄ zurück blättern  
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt

Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Gedankenaustausch: Hinterlasse dem Autor einen Kommentar.

Bitte Sicherheitskode links abtippen.