Bald lagen beide Behälter leer am Boden, Nico stand vor seinen drei Opfern, fühlte nichts. Er begab sich zur Tür, zog eine Schachtel Streichhölzer aus seiner Tasche und zündete sie an. Als die Zündhölzer in einer Stichflamme aufloderten, warf er sie mitten hinein in das von ihm angerichtete Chaos. Kaum war die Schachtel gelandet, als sich der Dunst der Chemikalie auch schon entzündete. Es folgte eine Reihe von dumpfen Verpuffungen im ganzen Haus.
Nico hatte die Tür geschlossen und war bereits auf dem Weg zu seinem Wagen. Er stieg ein, startete problemlos, wendete und fuhr davon. Hinter sich im Rückspiegel erkannte er das Feuer im Innern des Försterhauses, wie es sich unaufhaltsam ausbreitete. Binnen kurzem stand das Gebäude in hellen Flammen. Die Rücklichter seines Wagens verschwanden und ließen ein Inferno zurück. Noch immer dröhnte in Nicos Ohren gnadenloser Hard-Rock.
***
Widerstandslos hatte sich Brutus in sein Schicksal ergeben. Zu Beginn reagierte er auf das Läuten der Haustürklingel noch mit hektischen Sprüngen, stand augenblicklich neben Herrchen oder Frauchen, sobald die Anstalten machten zur Tür zu gehen, und begrüßte jeden Besucher einzeln solange, bis sein Kopf gestreichelt wurde; erst danach war der neue Gast willkommen. Nun lag er vor dem Wohnzimmertisch, hatte seinen Kopf auf die Pfoten gelegt und schaute auf die Beine der Anwesenden, die überall im Raum verteilt standen.
Die Dezimierung des Stammtisches war mittlerweile soweit fortgeschritten, daß man sich einigte, auf den gewohnten Besuch im Stammlokal zu verzichten und die Treffen einmal bei diesem, ein anderes Mal bei jenem abzuhalten. Heute abend waren Vera und Hermann an der Reihe.
Nur noch zu sechst waren die Freunde jetzt. Es schien, als wütete eine Epidemie im Freundeskreis, ein unbarmherziges Virus, ein biblischer Racheengel gar, der jeden zweiten gewaltsam zuerst aus der Gemeinschaft und anschließend aus dem blühenden Leben herausriß.
Horst und Helen waren nicht mehr zu den Treffs erschienen, und nur ein einziges Mal hatte es Bernd geschafft, mit den beiden telefonisch in Kontakt zu treten, wurde aber äußerst distanziert abgewiesen; ansonsten blieben die beiden verschollen. Ebenso wie Rüdiger und dessen Frau; niemand wußte etwas über ihren Verbleib. Anders als beim tragischen Tod von Walter und Edith, deren verkohlte Leichen man im niedergebrannten Försterhaus gefunden hatte und die vor drei Tagen beigesetzt worden waren, fehlte von Rüdiger und Ilona noch immer jede Spur. …
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