„Es stimmt nicht! Es kann nicht stimmen, Hermann. Wie du mir erzählst, sind diese Helfer schon gekommen, lange bevor ich sie gerufen habe. Da stimmt doch etwas nicht!“
„Vielleicht hat ein anderer den Unfall gemeldet“, versuchte er, Ordnung in den chaotischen Verlauf zu bringen.
„Unsinn“, erwiderte Vera trotzig, „in der Städtischen Klinik wußten sie von nichts.“
Jetzt erst wurde es Hermann bewußt, daß sich noch immer kein Polizeiwagen zeigte, daß Krankenwagen und Feuerwehr unangefordert erschienen waren, und die Bitte seines Freundes: ‚Nicht in die Klinik!’ schwebte wie ein brennendes Damoklesschwert über ihm.
Mit dem unerträglichen Gedanken, seine Freunde im Stich gelassen zu haben, machte sich Hermann auf den Heimweg. Trotz der voll aufgedrehten Wagenheizung wollte ihm nicht warm werden. Immer wieder drängten sich jene beiden Hilfsfahrzeuge in seine Erinnerung, beides ältere Modelle, und das irritierte ihn. Seine Frau neben ihm sprach während der Fahrt kein Wort mehr.
Kapitel VI
Im Anschluß an den riesigen bewachten Parkplatz, übersät von den Kraftfahrzeugen der Belegschaft, erstreckte sich das imposante Gelände des weltweit operierenden Chemie- und Pharmaunternehmens. Es war früher Morgen, tief stand die fahle Wintersonne am Horizont, erleuchtete matt die teilweise verspiegelten Fenster der Bürogebäude, unmittelbar rechts hinter der Einfahrt gelegen. Da standen hohe Häuser mit mehr als zehn Stockwerken, ausgestattet mit purem Luxus, der das Arbeiten angenehm gestaltete. Über den Dächern prangte Tag und Nacht in grüner Neonleuchtschrift das bekannte Firmenemblem:
Vita Pharma
Links hinter den Schranken der Ein- und Ausfahrt folgten die Produktionsstätten, niedrigere Bauwerke, eins hinter dem anderen, soweit das Auge reichte. Hier wurden Medikamente produziert, verpackt und in aller Herren Länder verschickt. Ständig passierten beladene LKW die Schranken in beide Richtungen, es herrschte reger Betrieb. In geräumigen Hallen wurde ein- und ausgeladen, Gabelstapler fuhren kreuz und quer, behutsam mannshoch bepackte Paletten transportierend.
Etwas abseits, am äußersten Ende des übersichtlichen Geländes, befand sich ein unscheinbares flaches Gebäude. Im Innern ließen sich Fließbänder erkennen, pausenlos Arzneifläschchen befördernd. Kleine braune Gläschen, gefüllt mit Tabletten, Flüssigkeiten oder Pulver. …
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