Als ihre Türklingel auch nach weiteren langen Minuten beharrlich schwieg, hielten es Vera und Hermann nicht mehr aus und begaben sich auf die Suche nach den Beckers. Eilig setzten sie sich in ihren Volvo und fuhren los. Vera hatte das Steuer übernommen, Brutus lag auf dem Rücksitz, seinem angestammten Platz.
Sie lenkte den Wagen exakt die Strecke, die Rüdiger zu nehmen pflegte, in entgegengesetzter Richtung. Unterwegs starrten die Odendahls jedes entgegenkommende Auto an, aber Rüdigers grauer Mercedes befand sich nicht darunter.
Bei den Beckers angelangt, entstieg Hermann dem Fahrzeug, lief zum Haus und traf auf einen Nachbarn seines Freundes. Sie wechselten ein paar Worte, Hermann kam zurück zum Volvo.
„Rüdiger ist schon vor weit über einer Stunde weggefahren“, klärte er seine Gattin auf. „Zusammen mit Ilona. Es muß etwas passiert sein, wir müssen sie suchen!“
Langsam fuhr Vera den Weg zurück. Auf diese Weise konnte auch sie Ausschau halten nach Rüdigers Wagen. Daß Rüdiger sich nicht bei ihnen gemeldet hatte, paßte so gar nicht zu ihm. Etwas mußte ihn daran hindern, vielleicht hatte er eine Panne. Mittlerweile begann die Dämmerung sachte ihren Schleier über die Landschaft zu legen, die Autofahrer schalteten ihre Scheinwerfer ein, es war aber noch ausreichend hell.
Die Odendahls passierten ein Wäldchen, dem sich rechts eine abschüssige Wiese anschloß. Vera schaute nach links, die rechte Seite blieb Hermann vorbehalten. Unvermittelt rief er:
„Stop!”
Erschrocken trat Vera auf die Bremse und lenkte das Fahrzeug an den rechten Seitenrand. Die Wiese neigte sich steil abwärts, Vera durfte nicht zu weit nach außen steuern, wollte sie nicht Gefahr laufen abzurutschen und mit dem Fahrzeug einen Überschlag zu riskieren. Als der Volvo stand stiegen sie aus und Hermann starrte nach unten. Vera ebenfalls, aber sie konnte nichts Auffälliges sehen. Erst als ihr Mann den Arm ausstreckte und in eine Richtung deutete, erkannte sie etwas, das aussah wie ein Rad. Brutus war schon unterwegs.
Gemeinsam kletterten sie den unbefestigten Fahrbahnrand hinunter und liefen über mit Rauhreif bedecktes Gras hinüber zu dem Rad. Beim Näherkommen zeigte sich ein zweites Rad, dann ein weiteres, bis sie schließlich vier Räder vor Augen hatten. Vier Räder, die in die Luft ragten. Der graue Mercedes lag auf dem Dach! Hermann begann zu laufen, erreichte den verunglückten Wagen und begab sich sogleich in die Hocke. …
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