Auf einem der festlich geschmückten Hamburger Weihnachtsmärkte ging es hoch her. Im verführerischen Duft von Zimtplätzchen, Glühwein, Bratwürsten, Kartoffelpuffer und gebrannten Mandeln erdrückten sich die Massen beinahe an den Verkaufsständen. Überall konnte man das nahende Weihnachtsfest schmecken. Besonders an den Glühweinständen rückten die Menschen zu dichten Trauben zusammen, suchten auf diese Weise zusätzlich, der klirrenden Kälte ein wenig erfolgreicher zu trotzen. In Händen hielt ein jeder die obligatorische Tasse mit dem süßen dampfenden Getränk.
An dem zentral gelegenen Stand wurde hinter der breiten Theke gekocht, Tassen wurden gespült, der Glühwein gewürzt. Zwei Männer teilten sich die Arbeit. Harry Schenker, ein blonder Mann in den Vierzigern und Besitzer des Standes, kochte den Wein auf, schmeckte ihn ab, bis er das gewünschte Aroma besaß, danach stellte er ihn beiseite auf die Wärmeplatte und machte sich daran, den nächsten Punsch vorzubereiten.
Sein Gehilfe, ein gertenschlanker Mann, den er erst seit kurzem kannte und der ihm vor Tagen direkt am Stand seine Dienste angeboten hatte, war tüchtig. Er sprach nur gebrochen deutsch, redete nicht viel.
Harrys Schwager sollte ihm während des Weihnachtsmarktes zur Hand gehen, hatte sich jedoch gleich am zweiten Tag den Unterarm verbrüht und fiel die nächsten zwei Wochen aus. Daher war Harry über die prompte Hilfe seines neuen Mitarbeiters hocherfreut. Dessen Hände waren stets in Bewegung, holten die gespülten Tassen aus der Maschine, stapelten sie in Windeseile an der Seitenwand und schenkten den wohltemperierten Glühwein aus; das Kassieren überließ er Harry. Seit mehreren Stunden hatte Laszlo, wie er sich nannte, die Bude nicht verlassen, kaum eine Pause eingelegt, ab und an putzte er in Augenhöhe die schmale Plexiglasscheibe des Standes, um eine bessere Sicht nach draußen zu bekommen, befreite sie aber nur kurzzeitig vom allgegenwärtigen Dampf.
An jenem Glühweinstand wurde aus hellen Porzellantassen mit zwei verschiedenen Abbildungen getrunken: Das eine Motiv zeigte einen beleibten blauen Weihnachtsmann, das andere ließ in der gleichen Farbe einen lächelnden Engel erkennen. Wenn es darum ging, die Kunden rasch zu bedienen, griff sich Laszlo wahllos eine der Tassen vom großen Stapel, schenkte mit der Schöpfkelle randvoll ein und reichte das heiße Getränk über die Theke. …
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