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…  Die entsetzliche Kälte machte ihm am meisten zu schaffen. Die Frage seiner Gattin nach seinem Befinden beantwortete er zwar positiv, um sie nicht unnötig zu beunruhigen, aber lange, das spürte er, würde er diese erdrückende Kälte nicht ertragen. Keiner der Eingeschlossenen konnte das.
Mit klammen Fingern zog Walter ein Feuerzeug aus seiner gefluteten Hosentasche und beleuchtete die gespenstische Szene. Die Freunde standen im Wasser oder hingen an den Sitzen, in ansteigender Formation, es sah aus wie auf einer überschwemmten Rolltreppe bei Stromausfall. Bernds Stimme war zu hören, er versuchte, ein wenig Ordnung in das stumme Chaos zu bringen.
„Achtet auf euren Nebenmann! Wenn er ohnmächtig wird, gebt sofort Bescheid!“
„Paßt gut auf! Das kann…sehr schnell gehen, ohne…Vorwarnung“, ergänzte Rüdiger frierend und zähneklappernd diesen Appell aus seiner medizinischen Sichtweise. 
Walter kam seiner Aufgabe, das Feuerzeug hochzuhalten, gewissenhaft nach. Viel wurde nicht gesprochen, sie froren unbeschreiblich, zitterten haltlos, sie sorgten sich. Ab und zu vernahmen die Wartenden weitentfernt klingendes Hundegebell, das durch die metallenen Wände des Busses drang.   
   Keine viertel Stunde war verstrichen – dennoch eine unvorstellbar lange Zeit - als im Innern aufgeregte Stimmen zu vernehmen waren. Es schien, als riefen draußen Menschen, als rüttelte man am Fahrzeug, der Bus hob und senkte sich, nun breitete sich unter den Passagieren doch Panik aus. Felix begann zu rufen, seine Frau Helga war am Ende ihrer Kraft. Wenn der Bus nur einen halben Meter weiter absackte, würden sie alle jämmerlich ertrinken. 
„Hören Sie!“ schrie nun Bernd aus Leibeskräften, „wir sind hier beinahe unter Wasser ...wir frieren ...wir sind nicht verletzt ... aber wir frieren entsetzlich!!!“
   Von den Helfern draußen war Bernds Stimme nicht zu hören, aber die aufgeregten Hunde winselten im Chor. Dennoch war Rettung nahe. Der Fahrer eines schweren Kranwagens, der die Strecke zufällig befuhr, erkannte die Situation augenblicklich und bremste das tonnenschwere Gefährt ab. Ohne zu zögern fuhr er von der Straße auf die angrenzende Wiese und positionierte den Kran so dicht neben dem Weiher, wie er dies aus Sicherheitsgründen verantworten konnte. Anschließend ging alles sehr rasch. Der gewaltige Kran wurde in Bewegung gesetzt, der starre Ausleger schwenkte über den Weiher und verharrte über dem Fahrgestell des Busses. …
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