Wiederholt schwamm Nadja zu seinem Fuß, streichelte ihn, spielte mit dem Schlüsselband, löste es aber nicht. Schließlich erschien sie kurz an der Oberfläche, holte tief Luft und ab ging es in die Tiefe. Eduard vermochte ihr nicht zu folgen, er beschränkte sich auf kurze Tauchperioden, bei denen er die attraktive Frau beobachtete, und es war unverkennbar Wollust, die sich seiner bemächtigte. Er spähte ihr nach, wie sie am Grund etwas zu suchen, wie sie dort unten zu arbeiten schien. Eduard ließ seiner Phantasie freien Lauf, überlegte, wie er sie erobern könnte, wohin er mit ihr gehen sollte. Vorausgesetzt, sie würde ihm überhaupt ihre Zeit opfern…
Unvermittelt tauchte Nadja am gegenüberliegenden Beckenrand auf und schickte ihm mit ihren stechenden Augen einen herausfordernden Blick herüber, der nur bedeuten konnte: Los, komm schon! Du willst mich doch! Fang mich! Und diesen Blick ließ Eduard nicht unbeantwortet; er tauchte hinab auf den Grund und versuchte, unter Wasser schwimmend die andere Seite zu erreichen. Die ganze Strecke konnte er ohnehin nicht bewältigen, aber er wollte wissen, wie weit er wohl kommen würde. Drei, vier, fünf starke Züge hatte er hinter sich gebracht, ein sechster folgte, aber die Mitte des Bassins war noch nicht erreicht, und schon verspürte er Atemnot. Noch eine letzte Anstrengung, nun mußte er aber wirklich nach oben.
Mit kräftigen Armbewegungen löste er sich vom Grund und steuerte die Wasseroberfläche an, als er unverhofft langsamer wurde. Irgendetwas hielt seinen Fuß fest! Eduard Schweitzer erschrak, Luftblasen entwichen seinem Mund, er schaute unter sich, aber da war niemand. Trotzdem zog es ihn zurück in die Tiefe, hielt ihn fest, ließ ihn nicht mehr los. Panik erfaßte den Mann, er wollte nach oben, ruderte mit den Armen, atmete Wasser ein, krümmte sich, drehte sich noch einige Male, bevor er regungslos unter Wasser trieb.
Auf der anderen Seite, innen am Beckenrand, nur wenige Meter entfernt, stand Nadja und beobachtete interessiert das Geschehen, die Sekundenzeiger der großen Uhr bestimmten den Takt. In ihren Händen hielt sie zwei hauchdünne Nylonschnüre. Die führten nach unten durch den verchromten Griff eines schweren Abflußdeckels am Beckengrund und von dort schräg nach oben durch Eddies Schlüsselband am Knöchel. …
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