Nur die heikle Entscheidung, welche Art Hund sie sich holen wollten, war noch nicht ganz getroffen. Vera plädierte für ein kräftiges, für ein beißstarkes Tier, das jeden Angreifer am besten gleich hinunterschlucken sollte; sie hatte die Attacke auf Hermann im Wald noch immer nicht verarbeitet. Ihr Mann dagegen bevorzugte mehr die klugen Rassen, daher käme ein Kampfhund für ihn nicht in Frage.
Vor einem der Freigehege machten sie Halt, setzten sich trotz der empfindlichen Kühle auf eine danebenstehende Bank und warteten. Das Spektakel in den Zwingern ebbte nur zögerlich ab, aber irgendwann beruhigte sich die buntgemischte Horde doch noch und schien die beiden Besucher draußen wieder zu vergessen. Natürlich war es wichtig, daß sich die Tiere beruhigten, ohne dies war eine sinnvolle Beurteilung nicht möglich.
In dem großen Gehege hielten sich mehr als 10 Hunde jeglicher Größe auf, darunter zwei imposante Bernhardiner. Diese ewig sabbernden Riesen standen jedoch nicht zur Debatte, denn der Hund, den die Odendahls suchten, mußte in der Wohnung leben. Es sollte auch kein Setter sein, dadurch würden nur Erinnerungen geweckt und Verhaltensweisen verglichen; genau das wollten beide vermeiden.
„Wenn wir uns einen jungen Hund nehmen“, begann Hermann vorsichtig, „kann er uns nicht beschützen. Ein ausgewachsener sollte es schon sein. Was meinst du?“
„Ich denke, es genügt manchmal schon, daß überhaupt einer im Hause ist, um ungebetene Besucher abzuschrecken. Ein erwachsener ist eben nicht leicht zu handhaben. Und wenn er dazu noch eine Macke hat ...“
„Vielleicht haben sie einen halberwachsenen“, lenkte Hermann ein, und sein Blick heftete sich immer öfter auf einen grauen struppigen Hund, der nur widerwillig am Spiel der anderen teilnahm, sich ansonsten darauf verlegte, in der Ecke zu sitzen und hellwach zu den beiden Menschen herüber zu schauen. Es war ein Irischer Wolfshund, vielleicht ein halbes Jahr alt, aber bereits größer als ein ausgewachsener Schäferhund. Auch Vera nahm Blickkontakt auf, erhob sich und stellte sich an das Gitter. Erneut brauste das ohrenbetäubende Gebell los, aber als Vera sich nicht weiter bewegte, verstummte die Meute wieder. Bis auf einen Schäferhund, der sich am Zaun wie wild gebärdete, seine eindrucksvollen Eckzähne zeigte und ab und zu unkontrolliert in die Wiese pinkelte. …
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