Sie entstiegen dem Wagen, in der Wohnung brannte Licht. Demnach war Alex zu Hause.
„Er kann doch unser Treffen nicht vergessen haben“, überlegte Bernd laut.
„Das glaube ich nicht“, stimmte Hermann ihm zu. „Unsere Kasse ist prall gefüllt. Alle freuen sich auf den Kurzurlaub, Alex wohl am meisten. Und er ist der einzige von uns, der überhaupt richtig kegeln kann. Er hat doch alles geplant! Vielleicht ist er krank geworden.“
Die Temperatur lag nur knapp über null, die beiden Männer stiegen die wenigen Stufen zur Haustür hinauf, ein Bewegungsmelder schaltete sich ein und tauchte den kleinen Vorgarten in schummriges Licht. Bernd ging voran, betätigte die Glocke, Hermann stand auf Tuchfühlung hinter ihm und blies ihm dampfend seinen Atem auf den Rücken. Nichts rührte sich, nur ein verschreckter Igel, der seinen Winterschlaf noch nicht angetreten hatte, trippelte auf seiner unermüdlichen Suche nach Würmern und Schnecken durchs feuchte kalte Gras. Erneut drückte Bernd die Klingel, Hermann klopfte an die Haustür und rief Alex’ Namen. Stille. Durch Hermanns Klopfen zeigte sich ein kleiner Spalt an der Tür, Bernd drückte sie verwundert auf, sie war unverschlossen.
„Alex!“ rief auch er laut nach dem Freund. „Alexander! Wo treibst du dich denn herum? Wir sind’s, Hermann und ich! Wo steckst du?“
Hermann wollte schnurstracks ins Wohnzimmer laufen, aber Bernd hielt ihn zurück. Als Folge seiner jahrelangen Tätigkeit im Berufe eines Kriminalhauptkommissars empfing er warnende Signale, daß hier etwas nicht in Ordnung war. Mit einemmal flüsterte er:
„Wenn Alex sein Haus verlassen hätte, wäre das Licht ausgeschaltet, aber es leuchtet bis auf die Straße hinaus. Demnach muß er zu Hause sein. Die offene Tür ist es, die mir Kopfzerbrechen bereitet. Vielleicht wurde bei ihm eingebrochen und er sitzt irgendwo regungslos, gefesselt und geknebelt. Weil er nicht antwortet, meine ich …“
Das war mehr als Scherz gedacht, aber diese Möglichkeit schlossen beide nicht aus. Bernd, um einen Kopf größer als Hermann und trotz seiner achtundfünfzig Jahre in ausgezeichneter körperlicher Verfassung, ging durch den Flur voran. Vorbei an der verwaisten Küche erreichten sie schließlich das beleuchtete Wohnzimmer, dessen Tür nur zu einem Drittel aufstand.
„Alex!“ rief Bernd deutlich hörbar und drückte mit seiner Rückhand die Tür vollständig auf. Das Wohnzimmer war ebenfalls menschenleer. …
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