Vereinzelt gingen die Leute auf die Straße. All jene, die keine Lobby besaßen, die sich wie Menschen zweiter Klasse fühlten, Arbeitslose und Ruheständler, protestierten gemeinsam gegen die einschneidenden und ungerechten Sparmaßnahmen. Sie prangerten vor allem die maßlose Selbstbedienung der Politiker an, die schon nach wenigen Dienstjahren lebenslang fette Pensionen bezogen. Allein, ein Erfolg blieb ihnen versagt.
In den Städten nahm die Zahl der gewalttätigen Einbrüche drastisch zu, immer wieder gab es Verletzte zu beklagen, oft schreckten die Täter auch vor der Tötung ihrer Opfer nicht zurück. Die Angst ging um. Eine Angst, bald selbst der nächste zu sein, hilflos miterleben zu müssen, wie das Eigenheim überfallen wurde, die Wohnung geplündert, wie man alles verlieren würde, einschließlich des Lebens. Die Polizei war machtlos bei der Vielzahl der Vergehen und drückte zuweilen, gegen einen entsprechenden Obolus, auch mal beide Augen zu.
Walters einsames Försterhaus war bereits mehrmals Ziel solcher Attacken gewesen, aber stets hatte der Dalmatiner Max mit seiner tiefen Stimme dafür gesorgt, daß die Einbrecher von ihrer Absicht ließen und sich zurückzogen. Eine große Beruhigung war dies dennoch nicht.
Bereits in Schuhen und Mantel stand Vera an der Tür, sprach kein Wort, schaute nur zu Hermann herüber.
„Ich hab es nicht vergessen, Schatz“, kam es glaubhaft über seine Lippen, er erhob sich schließlich und zog sich ebenfalls eine Jacke über. Kurze Zeit später fuhren die Odendahls Richtung Stadtrand.
***
Das vielstimmige Hundegebell schwoll an, geriet zuweilen ins Falsett, überschlug sich mehrfach, verstummte an jener Stelle und erschallte an einer anderen aufs neue. Inmitten dieses Chaos‘ gepeinigter Hundeseelen gingen Vera und Hermann so ruhig und gelassen wie nur möglich durch die Gänge des Tierasyls. Sehr sauber war es hier nicht, der bei derartigen Heimen penetrante Geruch von Urin und Kot deutlich wahrzunehmen. Es sah ungepflegt aus, was darauf schließen ließ, daß man hier jeden Pfennig dreimal umdrehen mußte. In der heutigen Zeit keineswegs ungewöhnlich.
Der Impuls, in jenes Heim zu fahren, war von Vera ausgegangen. Es war ihr Wunsch, nun doch wieder einen Vierbeiner an ihrer Seite zu haben, wenn sie spazierengingen oder wenn einer von beiden alleine zu Hause blieb. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
334 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
334 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!