„Das verstehe einer“, begann Bernd laut nachzudenken. „Er muß gestürzt und auf den Hinterkopf gefallen sein. Hat sich mit letzter Kraft aufs Bett geschleppt und dort das Bewußtsein verloren.“ Erneut sah er sich um. „Aber wieso sieht man nur auf dem Kissen etwas Blut und sonst nirgends?“
Zum wiederholten Male wanderten seine fachmännischen Blicke durch den Raum, aber bis auf die beiden Bettpfosten fand er keine Stelle, die bei einem Sturz eine solche Verletzung hätte verursachen können. Hermann untersuchte beide Hände von Alex, sie waren ohne Blutreste.
„Wäre so etwas denkbar, Bernd? Jemand fällt auf den Kopf, schleppt sich ins Bett und erst, wenn er dort liegt, beginnt die Wunde zu bluten?“
„Das könnte sein. Dazu müßte man einen Arzt befragen, ich weiß es nicht“, entgegnete der. „Aber mich irritiert vor allem die unverschlossene Haustür.“
Nicht ein Martinshorn kündigte die Ankunft des Rettungswagens an, sondern das Blaulicht, das sein irritierendes Flackern unaufgefordert durch die Fenster schickte, Hermann lief hinaus und geleitete die Leute herein. Neben dem Notarzt waren zwei Sanitäter mitgekommen. Der Arzt befaßte sich augenblicklich mit dem leblosen Körper. Nach wenigen Minuten schon, und nach dem Messen der Körpertemperatur des Opfers, stellte er seine Tätigkeit ein.
„Der Mann ist seit mindestens fünf Stunden tot“, erklärte er Bernd, der am nächsten bei ihm stand. „Sind Sie Familienangehörige?“
Bernd Roth klärte ihn auf über die Umstände des Auffindens, über ihre Beziehung zueinander und vergaß auch nicht, ihm die klaffende Kopfwunde zu zeigen. Die aber hatte der Arzt bereits bemerkt.
„Können Sie schon etwas zur ...Todesursache sagen, Doktor?“ fragte Hermann leise. Der Tod des Freundes traf ihn schwer.
„Nein. Genaues werden wir erst nach der Obduktion wissen. Ihr könnt ihn mitnehmen!“
Der letzte Satz galt den beiden Sanitätern, die Alex auf eine Trage legten und hinausbrachten. Der Arzt folgte ihnen. Ohne viel Aufhebens hatte er den Abtransport des Verstorbenen in die Wege geleitet.
Ein wenig verwirrt standen die beiden Männer in dem fremden Schlafzimmer, schauten sich an und verstanden die Welt nicht mehr.
***
In der hellgrün gekachelten, tunnelartigen Unterführung roch es abscheulich. Nach Urin, nach Erbrochenem, nach Fäkalien. Einzig der Umstand, daß es hier unten ein paar Grade wärmer war als draußen im Freien, veranlaßte zahlreiche Obdachlose, sich während der bitterkalten Nachtzeiten hierher zurückzuziehen. …
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