Frau Professor Dr. Scheugenpflug legte eine bedeutungsschwere Pause ein, bis es so leise im Saal wurde, daß man ein Flüstern vom einem zum anderen Ende hätte hören können.
„Diese Art der Pflege ist nicht mehr zu finanzieren! Es sei denn“, und hier zögerte sie erneut einige Zeit, wobei sie den Plenarsaal Reihe um Reihe betrachtete, „es sei denn – wir befürworten den Umstand der groben Vernachlässigung bis hin zum elenden Dahinsiechen der Bedürftigen!
Meine Damen und Herren, nichts liegt der Regierung ferner, als das Gesundheitswesen im Ganzen zu verlagern oder die Versorgung einzuschränken, glauben Sie mir das! Jenes Problem aber, von dem hier die Rede ist, kann auch mit modernster Medizin nicht gelöst werden. Ich bitte Sie, dies bei Ihrem abschließenden Votum zu berücksichtigen. Ich danke Ihnen.“
Die folgende Debatte wurde nach dieser Grundsatzrede nicht mehr mit jener Heftigkeit geführt, wie noch zu Beginn. Eine allgemeine Nachdenklichkeit hielt im Plenum Einzug, die Stimmen wurden leiser, sowohl die der Befürworter als auch jene der Gegner, man beriet sich, besann sich auf die Sachlichkeit, bevor es zur Abstimmung ging.
Gegen 23 Uhr verkündete der Präsident des Hohen Hauses das Ergebnis. Es war ein nahezu einmütiges. Die ohnehin maroden Krankenkassen würden es mit Erleichterung aufnehmen.
Kapitel VII I
Der Mann parkte seinen BMW in der Tiefgarage der Klinik, öffnete den Kofferraum, um ein schweres Paket herauszuholen. Sorgfältig verschloß er den Wagen, trug den Gegenstand zum Aufzug und drückte mit einer Ecke des Kartons geschickt den Knopf mit der Nummer 5, das oberste Stockwerk, wo die Verwaltung untergebracht war.
Dort angekommen, suchte er sofort Dr. …
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