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…  Sie trugen den lapidaren Vermerk Herzversagen und waren von unglaublicher Brisanz. Bernd druckte sie aus und verstaute sie in seine Jackentasche.

Kapitel IX



    Keine viertel Stunde später lag Nicos Körper auf dem kalten Boden des Flures, eingewickelt in einen hellblauen Duschvorhang mit Schwanenmotiven, den Bernd in einem der Badezimmer gefunden und heruntergerissen hatte. Hermann hielt die Wagenschlüssel des Fremden in seiner Hand. Auf Bernds Bitte hin ging er nach draußen, lief rechts neben dem Haus die Auffahrt hinunter und öffnete das Garagentor. Danach begab er sich zu dem alten Escort, der unverändert vor Bernds Audi parkte, stieg ein und fuhr den Wagen in Rüdigers Tiefgarage. 
Kaum war das Tor verschlossen, da öffnete Bernd die Verbindungstür zwischen Keller und Garage und schleifte den Duschvorhang samt Inhalt herein, dicht gefolgt vom aufmerksam schnüffelnden Brutus. Unter Hermanns Mithilfe wuchtete er die leblose Fracht auf den Beifahrersitz des Ford, anschließend begaben sie sich zurück ins Haus.
Als erstes steckten sie ihre Personalausweise ein, danach wurde der Boden vor dem Kamin mit heißem Wasser von Nicos Blut gereinigt. Hinterher bewaffnete sich jeder mit einem großen Tuch, und die beiden Männer wischten die Fingerabdrücke von all jenen Gegenständen ab, die sie während ihres kurzen Besuches hier berührt hatten. Alles, was Hinweise auf ihren Aufenthalt hätte geben können, wurde beseitigt. Hermann fegte die Reste des Walkman zusammen, auch die Scherben der Vase ließ er nicht liegen. 
Für einen Ex-Kriminalbeamten wie Bernd war es ein leichtes, seine eigenen Spuren zu verwischen. Wenn er auch nicht glaubte, daß hier in diesem Hause in absehbarer Zeit irgendwelche Nachforschungen angestellt werden würden, so wollte er doch nicht leichtfertig handeln.

***

   Die beiden Fahrzeuge befuhren die kurvenreiche Straße genau mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit, die Fahrer durften um keinen Preis auffällig werden. Der Abstand zwischen Bernds Audi, der voran fuhr, und dem Ford betrug knapp 50 Meter. 
Selbstredend war es Bernd gewesen, der den Toten chauffieren wollte. Aber Hermann hatte darauf bestanden ihn zu fahren und sich nicht abweisen lassen. Folglich hatte Bernd nachgeben, sich in seinen Audi setzen und zusammen mit Brutus vorausfahren müssen.  
   Die leblose Gestalt auf dem Beifahrersitz des Escorts, bedeckt vom wächsernen Kunststoff des Vorhangs, war in sich zusammen-gesunken. Hermann fuhr hochkonzentriert. …
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