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…  Und von einem radikalen Umdenken vieler Ärzte …
Wortlos gab Bernd dem Beamten die Listen zurück, der legte sie wieder in den Koffer.
„Hauptkommissar Krämer hat die Hoffnung, Sie könnten ihm vielleicht weiterhelfen“, sagte der Streifenpolizist.
Bernd griff zum Telefon und drückte eine gespeicherte Nummer.

   Vera und Brutus befanden sich auf einem ausgedehnten Nachmittagsspaziergang im Wald, Hermann durchstöberte die Zeitungen auf der Suche nach weiteren Berichten über das ‚Unglück’ mit dem brennenden Escort. Am Morgen danach war überhaupt nichts zu lesen gewesen, wie er überrascht feststellen mußte, erst einen Tag später. Aus diesem Artikel ging jedoch nicht hervor, ob die Polizei einen Verdacht hegte oder von einem Unfall ausging. 
Trotz beruhigender Worte von seiten Bernds wollte sich Hermann nicht damit abfinden, daß ihre heroische Tat so sang- und klanglos im Mediendschungel untergegangen war. Und auch in der heutigen Ausgabe wurde das Ereignis nur als Randnotiz erwähnt. Die Untersuchungen der Spurensicherung hatten zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt, das männliche Opfer war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und konnte bisher nicht identifiziert werden, die Behörden gingen von einem tragischen Unglück aus. Möglich wäre auch ein Selbstmord. Die Waffe im Wrack fand keine Erwähnung. Hermann empfand beinahe so etwas wie Enttäuschung.
Er und Bernd hatten sich tags darauf zusammengesetzt, nochmals über den Sachverhalt geredet und sich gegenseitig ein Alibi zugesichert; für alle Fälle. Bernd war nicht wenig erstaunt gewesen über Hermanns Engagement in dieser heiklen Angelegenheit. Der jedoch empfand zu Recht einen gewissen Stolz, eine Genugtuung gegenüber jener Organisation, die es sich ganz offenbar zum Ziel gesetzt hatte, den Ruheständlern das Leben so schwer wie nur möglich zu machen. Und das Sterben so leicht…
Das Telefon ließ seine musikalische Ouvertüre erklingen, Hermann meldete sich. Es war Bernd.

   Die hell erleuchtete Intensivstation befand sich am Ende des langen Ganges, der Patient lag im hinteren Bett neben dem Fenster. Eine nicht enden wollende Batterie von Schläuchen und Drähten war im und am Körper des Mannes befestigt, der künstlich beatmet wurde. Ein Monitor hoch über ihm zeigte die unregelmäßigen Herzlinien, nervös, schnell, stockend. Neben dem Bett saß eine Frau mit tränennassem Gesicht, hielt die Hand des Mannes und sah nicht einmal auf, als die Besucher eintraten. …
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