Immer häufiger kam es zu tätlichen Übergriffen von Jugendlichen, und die meisten Bürger schauten einfach weg, gingen ihrer Wege, wie die berühmten Affen, unter dem Motto: nichts hören, nichts sehen und vor allen Dingen nichts sagen. Die einzigen, die sich zuweilen gegenseitig halfen, waren die Betroffenen selbst - im Rahmen ihrer Möglichkeiten eben. Viel vermochten sie gegen die Jugend allerdings nicht auszurichten. Was blieb war Resignation. Und Hoffnung auf bessere Zeiten.
Eine gewisse Scheu, sich in eine Klinik zu begeben, war bei den älteren Bevölkerungsschichten bereits deutlich spürbar. Sogar Arztbesuche wurden hinausgeschoben, wenn dies möglich war. Den ‚Göttern in Weiß’ war beinahe gänzlich das Vertrauen abhanden gekommen, und sie taten sich schwer, es wiederzuerlangen. Viele mühten sich vergeblich. Hauptgrund war die letzte unmißverständliche Direktive aus dem Gesundheitsministerium, die da lautete: Personen über 60 Jahren wird elementare medizinische Hilfe größtenteils versagt! Kuren waren ohnehin längst gestrichen. Hinzu kamen Zahnbehandlung und Zahnersatz, die aus eigener Tasche beglichen werden mußten. Es folgte die Weigerung der Finanzierung von Transplantationen und anderen chirurgischen Eingriffen, durch unzumutbare Wartezeiten in die Praxis umgesetzt. Einzig wer die Kosten selber trug, wurde behandelt - was in der Regel mit einem medizinischen Mißerfolg endete. Für die Mehrzahl der Ruheständler schlichtweg eine Katastrophe. Selbst die Batterien der Herzschrittmacher von Menschen über 60 wurden nicht mehr kostenlos nachgeladen. Wenn überhaupt.
Ähnlich verhielt es sich mit Gefängnisinsassen. Obwohl in Deutschland die Todesstrafe seit Jahrzehnten abgeschafft war, wurde sie latent praktiziert. Bei Kapitalverbrechen und Tötungsdelikten. Verurteilte, die mehr als 10 Jahre abzusitzen hatten, wurden behandelt wie Menschen über 60 oder Arbeitslose und kurzerhand eliminiert. Die Justiz-Vollzugskosten waren einfach nicht mehr zu bezahlen.
Die Kultur verkam zusehends. Man warf seinen Abfall auf die Wege, in Parkanlagen, in die Wälder, auf die Straßen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Viele Ordnungshüter verdienten diesen Namen längst nicht mehr, zudem war ihre Zahl radikal reduziert worden. Die Mehrzahl war korrupt, es fehlte ihnen an Vorbildern. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!