„Wer ist der Mann?“ lautete Bernds bange Frage, und vor seinem geistigen Auge ließ er die Gesichter seiner Freunde vorüberziehen.
„Das wissen wir noch nicht. Er hatte keine Papiere mehr bei sich, die wurden ihm gestohlen. Aber anhand des Kfz-Kennzeichens, das Passanten uns mitteilten, können die Kollegen den Namen wohl schnell herausfinden. Obwohl es bezüglich des Kennzeichens unterschiedliche Aussagen gibt. Der Überfall spielte sich inmitten der Stadt ab, unmittelbar vor dem Haupteingang des Kaufhofs.“
Jetzt erst kam der Besucher auf den Aktenkoffer zu sprechen. In Ermangelung anderer brauchbarer Hinweise hatten seine Kollegen den Koffer, der beim Opfer gefunden worden war, geöffnet, durchsucht und dabei Listen mit zahlreichen Namen gefunden. Darunter den von Bernd Roth. Der Mann öffnete den Behälter, holte die Listen heraus und reichte sie herüber.
Bernd blätterte sie durch, sie enthielten, alphabetisch geordnet, Namen und Adressen. Gegen Ende entdeckte er tatsächlich seinen eigenen Namen. Aber es stand nicht nur die Adresse dabei: Überrascht mußte er feststellen, daß dort auch seine Versicherungsnummer, seine Krankenkasse sowie die Höhe seiner Pensionsbezüge vermerkt waren und einiges mehr. Hierbei handelte es sich zweifelsfrei um Informationen, die unter den Datenschutz fielen, die als geheim einzustufen waren. Wie konnten sie auf diese Liste gelangen? Sabines Daten fand er ebenfalls. Bernd blätterte weiter, auf der Suche nach ganz bestimmten Hinweisen. Kurz darauf schon entdeckte er die Namen von Freunden, vom gesamten Stammtisch. Felix war dort zu finden, Alex, Walter, Rüdiger und Hermann. Und deren Gattinnen. Alle! Nur Horst und Helen nicht.
Das überraschte ihn jetzt nicht mehr sonderlich; das hatte er beinahe erwartet. Seit er zusammen mit Hermann jene ominösen Schriften aus Rüdigers Computer durchgesehen hatte, wunderte ihn nichts mehr. Denn dort stand zu lesen, daß Rüdiger von einem seiner ehemaligen Arztkollegen unglaubliche Dinge erfahren hatte, die ärztliche Versorgung von Rentnern betreffend: Auf Weisungen von höchster Stelle war die Behandlung von Rentnern und Pensionären sowie deren Lebensgefährten massiv eingeschränkt worden. So stark, daß sie einen Klinikaufenthalt nicht überlebten, sie starben bei geringfügigen Erkrankungen bereits nach den ersten Tagen, einige schon nach Stunden, und in den meisten Fällen lautete die Diagnose Herzversagen. Von unterschiedlichen Medikamenten war in den Aufzeichnungen die Rede, von unglaublich rauhen Methoden im Umgang mit der älteren Generation, von einer ‚lästigen Patientenklientel’ schlechthin. …
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