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… a. ihre Federn – was schließlich seine Rückreise nach Indien bewirkte, wo der ,gefährliche Chemiker’ Singh endlich in Bangalore an den Indian Instituts of Science seinen Platz fand. Dort durfte er nach Herzenslust experimentieren, ihm standen großzügige Mittel zu Verfügung, und so wurde er in Kürze zum gefeierten „Retter der Küsten“. 
   Seine tödlichen Rezepte basierten hauptsächlich auf Zucker. Im Lebensmittelbereich fühlte sich Singh besonders zu Hause, schuf in seinem großen Labor völlig neue Zuckerarten. Manche schmeckten ungewöhnlich süß und wiesen in Verbindung mit mehrwertigen Hydroxylgruppen derart dichte Molekülketten auf, um sie schon in geringfügiger Dosis hochgradig giftig wirken zu lassen. Dabei dufteten sie unwiderstehlich, geradezu geschaffen, um der Rattenplage in großen Städten Herr zu werden. Ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Giften, die von einigen Tieren aufgenommen, nach deren Dahinscheiden von ihren Artgenossen jedoch verschmäht wurden, zogen Singhs Zuckergifte diese unappetitlichen, nacktschwänzigen Nager magisch an. Daher entschieden sich die Stadtväter der betroffenen Orte für seine wirksame Methode. Denn mit den gängigen Bekämpfungen mittels Schlangen, die in die unterirdischen Bereiche der Ratten gelassen wurden, ließen sich keine brauchbaren Ergebnisse erzielen. Teilweise wurden die Schlangen selbst Opfer der gefräßigen Nagetiere. 
   Wie es Singh gelungen war, aus dem genießbaren Zucker, dem reinen Kohlenhydrat quasi, die hochgradig giftige, dem Methanol verwandte Substanz mit der unvollständig bekannten Formel CH3OH ... zu entwickeln, blieb sein Geheimnis. Niemals hätte er die präzise Mischung preisgegeben. Die Wirkungsweise jedoch war jedermann bekannt. Während dieser ‚Spezialzucker’, einmal ins Blut gelangt, zu Beginn übersteigerte Muskelaktivität verursachte, bis hin zu Veitstanzsymptomen, sorgte das Methanol für Blindheit mit anschließendem Versagen aller lebenswichtiger Organe. Innerhalb weniger Stunden starben die Opfer einen qualvollen Tod.
Als der Chemiker Medjar Singh sein Produkt für vollendet erklärte, genügte ein Milligramm davon - eine Menge, die auf der Spitze eines Bleistifts ausreichend Platz fand - um 200 Ratten zu töten. Dazu roch und schmeckte es verführerisch, im wahrsten Sinne des Wortes unwiderstehlich. Singh durfte es zu Beginn seiner Kampagne nicht massiv verwenden, viel zu groß wären die gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung gewesen, ausgehend von den massenhaft auftretenden Tierkadavern. …
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