Obgleich ein Gang zu Richtern oder Staatsanwälten von Bernd und Hermann zunächst kategorisch abgelehnt worden war, hatten sie sich nun anders besonnen. Dies lag nicht zuletzt an dem Umstand der langjährigen Freundschaft zwischen Solveigh und Bernd. Ganz ohne Voranmeldung erschienen sie in der Behörde, sie hatten keine Eile und wollten eine Wartezeit gerne in Kauf nehmen. Ihre Schritte verhallten in dem kahlen Flur, als sie vor Zimmer 356 ankamen.
Auf Bernds Klopfen ertönte ein entschlossenes „Herein“, und die beiden betraten das Büro. Die Frau erhob sich augenblicklich, als sie Bernd erkannte, reichte ihm die Hand, und Ihre Augen strahlten freudig. Auch Hermann wurde herzlich begrüßt, sie bot den Besuchern Platz an.
„Wenn das keine Überraschung ist“, begann sie die Unterhaltung, nachdem sie sich wieder hinter ihren wuchtigen Schreibtisch begeben hatte. „Wie geht es dir? Wie geht es Sabine?“ wollte sie wissen. „Erst vor einigen Tagen habe ich von dir gesprochen.“
Bernd bestätigte, daß gesundheitlich alles zum Besten stand, daß ihm der Ruhestand nicht unbedingt gefiel und fragte, ob er ein paar Worte mit ihr wechseln könnte. Sie nickte, sah ihn aufmerksam an, und Bernd begann behutsam, ihr sein Anliegen vorzutragen.
Die Situation war heikel. Vor allen Dingen durfte er eines nicht: Über Nico sprechen, der ihnen beiden so zugesetzt hatte, und der so erbärmlich in den Flammen umgekommen war. Denn damit würde er sich selbst belasten. Obwohl dieser Mensch unter Alkoholeinfluß eingestanden hatte, persönlich mehrere Freunde der beiden getötet zu haben – von dem Mordversuch mit Hilfe des Busses ganz abgesehen – hätte es keinen Sinn ergeben, seinen Namen auch nur zu erwähnen. Oder jenen seines Auftraggebers, dieses unbekannten Juri. Bernd mußte sein offizielles Wissen alleine auf das beschränken, was ihm Horsts Gattin Helen mitgeteilt hatte, und das war leider nicht sonderlich beeindruckend. Dennoch.
Vorsichtig begann er mit der unglaublichen Geschichte, die Hermann letzten November im Wald zugestoßen war, ging danach über zu dem Unglück mit dem Bus, vergaß auch nicht Felix’ Abenteuer im Krankenhaus, bei dem dieser beinahe verblutet wäre. …
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