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… Für Juri und sein Team spielte das keine Rolle, sie führten ihre Aufträge aus, gleichgültig, wer die Opfer waren. Und weil Grabow nicht im Traum daran dachte, seine Versprechen zu irgendeinem Zeitpunkt einzulösen und seine Vertraulichen Mitarbeiter bei Erreichen der Altersgrenze zu verschonen, ließ er am Ende auch die eliminieren. Diese Aktionen bezahlte Grabow keineswegs aus seiner eigenen Tasche. Auch hierfür gab es Prämien vom Staat! 

***

   Zum ersten Mal in seinem Leben war Bernd verzweifelt! Am heutigen Nachmittag war ihm in der Tennishalle eine zufriedenstellende Vorstellung gelungen, drei von vier Sätzen waren an ihn gegangen, obwohl sein Partner nicht schlecht gespielt hatte; er fühlte sich großartig. Dieser Sport lenkte ihn ab, brachte ihn auf andere Gedanken. Bei seiner Heimkehr jedoch fand er seine Frau Sabine im Wohnzimmer auf der Couch liegend, die Augen geschlossen, schwer atmend.
Sabine war nicht der Typ kränkelnde Gattin, nie gewesen, war stets eine sportliche, aufgeweckte Person und, wenn Bernd sich recht erinnerte, seit er sie kannte nicht ein einziges Mal ernsthaft krank gewesen. 
Bernd kniete sich neben sie, griff nach ihrer kühlen Hand, sie reagierte auf die Berührung nur schwach. Seine Finger befühlten ihre Stirn, von Fieber aber war nichts zu spüren.
„Was ist mit dir?“ fragte der besorgte Ehemann. 
Sabine war nicht in der Lage zu antworten. Es schien, als klebte ihre Zunge am Gaumen fest, was Bernd veranlaßte, ein Glas Wasser zu holen und es der Leidenden an die Lippen zu halten. Mühsam schaffte er es, ihr ein paar Tropfen einzuflößen. Sabine verschluckte sich, hustete mehrmals, Bernd drehte sie schnell auf die Seite, damit sie nicht erstickte. Nach wenigen Minuten versuchte sie zu sprechen, aber es wollte ihr noch immer nicht gelingen.
   Sabine hatte am heutigen Tag die Post herein geholt und darunter ein namentlich an sie selbst andressiertes Schreiben gefunden, in welchem ihre Krankenkasse sie bat, auf einem beiliegenden vorgefertigten Formular anzukreuzen, was es für sie persönlich an dem derzeitigen Gesundheitssystem auszusetzen gab. Ohne auch nur einen Moment zu zögern, hatte sie sich an ihren Schreibtisch gesetzt und begonnen, nicht ohne Emotionen, der Reihe nach Häkchen in diese viereckigen Kästchen zu machen, und es waren derer viele. Am Ende fand sich noch ein etwas größeres leeres Feld, in welches sie eigene Vorschläge eintragen sollte, auch diese Chance ließ Sabine nicht ungenutzt. …
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