Der damalige Tag hatte ihm folgenden endgültigen Beweis erbracht: Die Justiz war bereits infiltriert, zumindest teilweise, somit durfte er wirklich niemandem mehr trauen. Niemandem!
Am selbigen Tag erhielt er die Ergebnisse der Obduktion. Der befreundete Gerichtsmediziner hatte Sabine nicht ohne weiteres untersuchen dürfen. Es wurde ihm erst gestattet, als er den dringenden Verdacht einer seltenen Tropenkrankheit geäußert hatte. Die Untersuchung war eindeutig: Sabine war vergiftet worden. Aber es war dem Mediziner nicht gelungen, dieses Gift exakt zu bestimmen. Es gehörte auf jeden Fall in die Gruppe der toxischen Zuckermoleküle und war über die Nahrung in ihren Körper gelangt. Ein Lebensmittel quasi. Bernd zeigte sich entsetzt. Jetzt vergifteten sie schon die Nahrungsmittel! Wie sollte das bloß weitergehen?
Auch die etwas zurückliegende und beinahe schon vergessene handfeste Auseinandersetzung zwischen Hermann Odendahl und seinem Sohn Volker erhielt an jenem Tag eine neue Dimension. Die beiden hatten sich furchtbar gestritten, weil Volker seinen Vater für verrückt erklären wollte, nachdem dieser ihm zum wiederholten Male seine Erkenntnisse geschildert und auf die Situation der Ruheständler hingewiesen hatte. Absurd war das am häufigsten benutzte Wort an jenem Tag, absurd und verrückt wechselten sich ab, am Ende verließ der Sohn das Haus der Eltern, an der Hand deren strampelndes und heulendes Enkelkind, das, fortgerissen von seinem grauen Spielgefährten Brutus, nicht wußte, was hier vor sich ging. Seither herrschte Funkstille zwischen den Odendahls und ihrem Sohn. Eine Funkstille, die Bernd zu denken gab. Er war bei diesem Streit zugegen gewesen und wunderte sich mehr als einmal über die uneinsichtige, beinahe schon aggressive Haltung des Sohnes, der selbst seine, Bernds, Argumente als lächerlich zurückwies. In diesem Moment konnte sich Bernd des gespenstischen Eindrucks nicht erwehren, daß Volker etwas wußte, es aber nicht eingestehen wollte. Er verhielt sich gerade wie jemand, der ertappt worden war, überführt gar. …
Diese Seite hat mir gefallen - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
...war OK - weiter lesen ►
...sollte überarbeitet werden - weiter lesen ►
◄ zurück blättern
Beurteilen Sie den Text bitte fair.
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!
Ihre echte Einschätzung hilft dem Autor seine Texte zu verbessern.
341 Leser seit 1. Jan. 2026 für diesen Abschnitt
Noch kein Kommentar zu dieser Seite.
Sei der Erste!