Die eilige Untersuchung zog eine sofortige Einweisung in die Klinik nach sich, sie trugen die besinnungslose Frau zum Rettungsauto und fuhren ab. Bernd blieb nicht einmal die Zeit, sich von Sabine zu verabschieden. Denn, daß es ein Abschied sein würde, spürte er.
Die endlose Wartezeit nagte an seinen Nerven. Er war nicht in der Lage, sich auf etwas anderes zu konzentrieren als auf seine Sabine. Sogleich nach deren Abtransport hatte er mit Hermann telefoniert, der seine Bestürzung nicht verbergen konnte. Beide Odendahls entschlossen sich herüberzukommen, und in Kürze saßen sie zu dritt in Bernds Wohnung, zwischen Hoffen und Bangen, ebenso unruhig wie Brutus, der die Stimmung der Menschen nicht recht einzuschätzen wußte; daß hier etwas nicht in Ordnung war, spürte das Tier sehr wohl.
Gegen 18 Uhr schrillte das Telefon. Bernd stürzte hinzu und nahm den Anruf entgegen. Hermann und Vera starrten mit angehaltenem Atem auf den Freund. Selbst der graue Wolfshund hielt in seiner Hektik inne. Schweigend lauschte Bernd der Stimme, und als er das Gespräch wenige Sekunden später beendete, war jegliche Farbe aus seinem Gesicht gewichen. Wie versteinert stand der Mann am Fenster, war sich nicht bewußt, wo er sich befand. Sein leerer Blick zielte in die Unendlichkeit, aber er sah nichts. Seine Gedanken liefen Amok, und als sich schließlich Veras Hand sanft auf seinen Arm legte, wurde er gewahr, daß er eine der Gardinen in seinen Fingern hielt. In seinem Schmerz hatte er sie von der Stange gerissen, ohne es zu bemerken.
Bernd brauchte kein Wort zu sagen, die beiden Freunde wußten auch so Bescheid. Nach endlosen Minuten lief Vera zur Bar, schenkte einen Cognac ein und brachte ihn herüber. Bernd wollte sich zuerst weigern, aber Hermann, selbst Tränen in den Augen, nickte ihm aufmunternd zu. Das scharfe Getränk brachte ihn wieder einigermaßen zurück in die Wirklichkeit. Er begann, sich mit der neuen Situation auseinander zu setzen, die Ursachen von Sabines unerwartetem Tod zu ergründen. Die Diagnose Herzversagen, die ihm von seiten der Klinik übermittelt worden war, würde er auf keinen Fall akzeptieren. Diesmal nicht! Er würde auf einer Obduktion bestehen. Inmitten seiner Verzweiflung ging er zum Telefon, einen ihm bekannten Gerichtsmediziner anzurufen. Mit erstaunlich gefaßter Stimme berichtete Bernd was vorgefallen war, nahm die Anteilnahme des Arztes entgegen und dessen Zusicherung, sich den Körper Sabines anzusehen und Bernd sofort zu unterrichten, sollte er Ungewöhnliches finden. …
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