Die Demonstration wurde sofort nach Bernds Ansprache beendet. Keiner der vorgesehenen Redner sah sich imstande, eindringlicher auf die Problematik einzugehen. Auf ihrem Nachhauseweg schauten die fünf Freunde in entschlossene Gesichter, Frauen wie Männer zeigten sich gleichermaßen hochmotiviert, zum überwiegenden Teil kämpferisch. Ein Anfang war gemacht. Die Freunde Felix, Helga, Vera, Hermann und Bernd waren beinahe zufrieden.
***
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe! Zwar waren die Zeitungen angehalten, sich mit ihrer Berichterstattung zurückzuhalten, aber schließlich sickerte es durch und verbreitete sich wie ein Lauffeuer: Die Diäten der Abgeordneten waren erhöht worden! Derart schamlos wurde in die ohnehin leeren Kassen gegriffen, daß alleine von der Erhöhung des Gehalts eines einzigen Ministers, von der Differenz zwischen seinem alten und neuen Einkommen, eine vielköpfige Familie ein sorgenfreies Leben hätte führen können. Diese Art der hemmungslosen, der obszönen Selbstbedienung trug nicht zur Stabilisierung des Gemeinwesens bei. Im Gegenzug legte die Regierung bereits Pläne vor, erneut Abstriche bei der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zu beschließen, die auf Anraten eines ‚besonders klugen Kopfes’ vor geraumer Zeit zusammengelegt worden waren und dafür sorgten, daß Millionen Bürgerinnen und Bürger, daß unzählige Familien weit unter dem Existenzminimum dahinvegetierten. Ohne jegliche Aussicht auf Besserung.
In den darauffolgenden Tagen war der Unmut der gesamten Bevölkerung deutlich wie nie zu spüren. Es begann damit, daß die deutsche Flagge auf den Straßen verbrannt wurde. Leider wieder oftmals von Jugendlichen, die sich wenig für die Hintergründe interessierten. Aber auch ältere Menschen und Arbeitslose befanden sich darunter, und die wußten sehr genau, worum es ging. Als nächstes wurden Hauswände von Kommunalpolitikern mit Farbe beschmiert, obwohl jene mit der Diätenerhöhung in der Hauptstadt nicht viel zu tun hatten; dagegen ausgesprochen hatte sich allerdings kein einziger. Wohl in der stillen Hoffnung, dereinst dort ebenfalls davon profitieren zu können.
In der Folge traf es den Fuhrpark der Bundestagsabgeordneten. In einer einzigen Nacht wurden mehr als 100 Fahrzeuge der Oberklasse zertrümmert und angezündet. Zur selben Zeit gingen Scheiben des Regierungssitzes zu Bruch, Brandsätze wurden gelegt. …
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