Bisher gelang es Bernd am Steuer ganz gut, solchen unfreiwilligen Manövern zu entgehen und seinen Wagen sicher nach Norden zu lenken. Seine beiden Begleiter, Lothar Schmidt und Hermann, der sich diesen Ausflug nicht hatte entgehen lassen, und er selbst berieten schon lange vor der Ankunft ihre Vorgehensweise.
„Mit Sicherheit haben sie dort eine Wachmannschaft“, erklärte Lothar die bevorstehende Aufgabe. „Leute, die ihre Runden im Fabrikgelände drehen, mit Hunden, wahrscheinlich. Davon müssen wir ausgehen. Aber das wird uns nicht abhalten.“
Hermann konnte das bestätigen, und seine Hand streichelte das Fell jenes Hundes, der neben ihm auf der Rückbank lag und zu dösen schien. Seine aufgestellten Ohren jedoch verrieten, dem war nicht so. Es handelte sich nicht um Brutus, sondern um die Belgische Schäferhündin des Frankfurter Kripobeamten. Ein anschmiegsames Tier, wie Hermann zufrieden registrierte, friedlich, verspielt, aber hellwach. Ähnlich anhänglich wie der Dalmatiner seiner Freunde Edith und Walter, der zusammen mit den beiden auf so tragische Weise sein Leben verloren hatte.
Zu Beginn schnupperte der Hund interessiert an Hermanns Hosen, denen auch nach Stunden noch der Duft von Brutus anhaftete. Immer wieder legte sich die Nase des großen Tieres auf Hermanns Beine, ruhig zunächst, doch im nächsten Moment suchte sie erneut den Artgenossen. Vergeblich. Brutus war daheim geblieben, er mußte heute die Verantwortung für Frauchen und das Haus übernehmen.
Das Satellitenleitsystem dirigierte den Wagen von der Autobahn herunter, über die Rheinbrücke, durch den Vorort, in das gesuchte Industriegebiet, direkt auf den Parkplatz des Vita Pharma Konzerns, der um diese nächtliche Stunde ein ziemlich verlassenes Bild darbot. Ganz anders das umzäunte Anwesen. Momentan arbeitete nur ein kleiner Teil der Belegschaft auf dem gigantischen Gelände, das aber deswegen keineswegs einen unbelebten Eindruck erweckte. Die Straßen und Wege, die es kreuz und quer durchschnitten, wurden von gelben Laternen in diffuses Licht getaucht und ließen das Werk wie einen Stadtteil anmuten.
Das Pförtnerhäuschen war mit einem Mann besetzt, der lustlos in einer Zeitschrift blätterte und mit einem Auge den kleinen, gleich links neben der Tür postierten Fernseher beobachtete. …
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