Bernd schluckte. Er dachte an seine liebe Frau Sabine, die das gleiche Schicksal erleiden mußte.
Weil die Anzahl der abgeschickten Briefe derart astronomisch war, waren keine Briefmarken verwendet worden, sondern die Couverts mittels einer Frankiermaschine freigemacht. Es war für Lothar ein leichtes gewesen, anhand des Originalumschlages aus München den Benutzer jener Frankiermaschine ausfindig zu machen.
„Und hierher werden sie zurückgeschickt“, fuhr Bernd fort, „wie der Briefkastenleerer uns freundlicherweise mitgeteilt hat. Es ist daher in höchstem Maße wahrscheinlich, daß wir hier auf die Ursache dieser Todesfälle stoßen, auf diese hochgiftige süße Substanz! Der Hund darf nicht einmal daran schnuppern!“
Lothar griff nach dem Halsband seiner Hündin, und die drei, jeder bewaffnet mit Gummihandschuhen und einer kleinen Taschenlampe, machten sich auf die Suche. Es gab wohl mehr als 20 Räume in diesem Gebäude, und die Männer suchten Umschläge. Gewöhnliche DIN à 5 Couverts von gelber Farbe, die im Innern bereits jene grünen Rückumschläge bargen, deren Klebeverschlüsse im Land annähernd hunderttausend Menschen dahingerafft hatten; die genaue Zahl war niemandem bekannt. Viel Hoffnung, auch einige dieser grünen Umschläge zu entdecken, die bereits zurückgesandt worden waren, hatten sie nicht; mit Sicherheit waren die sogleich vernichtet worden.
Hermann öffnete einige Türen. Zu Beginn inspizierte er die Küche, danach die Toiletten und schließlich eine Besenkammer. Sein Beobachtungszentrum im Kopf, wie das der anderen auch, war auf Briefumschläge eingestellt, auf gelbe Briefumschläge, auf nichts anderes. Bereits im vierten Zimmer fand er welche. Aufgeregt schlug er leise Alarm, nach wenigen Sekunden waren seine Begleiter zur Stelle.
Auf einem metallenen Schreibtisch lagen mehrere Hundert gelbe Couverts. Lothar näherte sich behutsam. Er hatte in einem gerichtsmedizinischen Labor in Frankfurt die ersten Analysen durchführen lassen, natürlich wußte er am besten um die Gefährlichkeit dieser klebrigen Menschenfallen. Mit zwei Fingern griff er sich den obersten Brief und schaute hinein. Er war leer. Lothar schnupperte daran, vermied es aber, seine Nase zu dicht an das Objekt zu bringen.
Das Couvert war unbenutzt. Ebenso die anderen, die herumlagen; hier handelte es sich zweifelsfrei um neues, um unberührtes Büromaterial. …
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