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…  Sprosse um Sprosse hastete er nach oben. Sein Knie schmerzte an jener Stelle, an der Juris Kopf aufgeschlagen war. 
Ein schauriges Dröhnen ließ ihn innehalten. Er wendete seinen Kopf, und aus einer Höhe von etwa 5 Metern konnte er beobachten, wie die stählerne Kammer der Autopresse anfing sich lautstark zu schließen. Zuerst senkte sich das eine Seitenteil herab, danach das gegenüberliegende. Am Ende schoben sich die beiden kurzen Wände der Presse zusammen. Die Karosse wurde zerquetscht wie eine Fliege - und mit ihr die unmenschlichen Schreie. 
Beinahe spielerisch - als wäre der Mercedes aus Wachs - verwandelten die harten Innenwände das meterlange Autowrack in einen Klotz von der Größe eines imposanten Koffers und spieen ihn am Ende mechanisch auf das Förderband. Dort nun lag das Produkt der Entsorgung, schräg, wie ein umgefallener Safe, in seinem Innern die beiden Kreaturen eingeschlossen. Unhörbar beförderte das Band den Packen hinauf zur Spitze des Berges, dort rutschte er herab und gesellte sich mit einem dumpfen Aufschlag zu den übrigen Quadern.    
   Die nun eintretende Ruhe konnte man getrost als Todesstille bezeichnen. Wie festgefroren stand Bernd auf der Leiter. Von seinem Aussichtspunkt aus hatte er den Vorgang, der durch die spärliche Beleuchtung etwas Unheimliches, etwas Lebendiges bekam, genau beobachten können. Als ob ein gewaltiges viereckiges Maul einen Bissen verschluckte und ihn nach gründlichem Kauen wieder ausspuckte. Das ganze Gelände mutete mit einemmal an wie eine überdimensionale Meereskrabbe, die mit ihrem Greifarm ihre Beute zum Munde führte. 
Bewegungslos ragte der Kran in die Schwärze der Nacht, auf der Suche nach seinem nächsten Opfer pendelte der leere Greifer hin und her. Das gähnende Maul der Presse wartete auf Nachschub.  
Nun ergab es keinen Sinn mehr, den Kranführer zu bitten seine Arbeit zu unterbrechen. Die beiden Flüchtenden hatte ihr Schicksal ereilt. Ziemlich desillusioniert und müde stieg Bernd die Leiter wieder hinunter.

Kapitel XXV



   Besonders effektiv war bei den Lebensversicherungen gearbeitet worden. Diese hatten sich bevorzugt alleinstehende Paare auserkoren, die im Versicherungsfalle voneinander profitierten, und beide Personen gleichzeitig beseitigen lassen. Der Vorteil dieser Konzerne: Sie besaßen alle Daten, die Verwandtschaftsverhältnisse, die Krankheiten ihrer Kunden, einfach alles. Auf  Knopfdruck suchte der Computer die geeigneten ‚Ziele’ aus. …
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