Nicht etwa der Umstand, daß soeben zwei Polizeibeamte ihr Leben verloren hatten, sorgte für Bestürzung, nein. Die Tatsache der Entführung Grabows wog in den Köpfen der Medienmitarbeiter um einiges schwerer.
Da entdeckte einer der Journalisten Bernd. Augenblicklich wurde die nächste Sensationsmeldung weitergereicht, die da lautete, daß Bernd Roth, der Initiator des Widerstandes und Mitverantwortliche für die Festnahme Grabows eingetroffen war. Die Menge näherte sich, und binnen kurzem waren die vier von Neugierigen umringt. Kameras liefen, mikrofonbewehrte Hände reckten sich ihnen entgegen. Bernd fand als erster die Sprache wieder.
„Wohin sind wir nur gekommen?“ stieß er aus, und sein verständnisloser Blick heftete sich auf den Golf, auf die leblosen Gestalten davor und darin.
Von irgendwo her ertönte ein Knall. Lothar fuhr herum und suchte die Umgebung ab.
„Jetzt ist alles umsonst gewesen“, entgegnete Hermann, und seine feuchten Augen suchten das Gesicht seines Freundes Bernd.
Einer der Reporter zwängte sich rücksichtslos durch die Reihen der Journalisten, schob Hermann zur Seite und hielt Bernd sein Mikrofon unter die Nase.
„Was sagen Sie zu diesem bedauerlichen Vorfall, Herr Roth?“ wollte er wissen, und sein unsteter Blick suchte währenddessen die Fernsehkamera im Hintergrund.
Bernd jedoch stierte nach wie vor zum Golf hinüber. Völlig reglos. Als erlebte er seine Abenteuer auf den Fidschiinseln noch einmal. Wie erstarrt stand er neben Vera, lehnte sich an, kippte plötzlich auf sie und beide stürzten haltlos zu Boden. Vera war nicht imstande den schweren Männerkörper zu halten. Es sah aus, als ob Bernd sich schützend über die Frau seines Freundes geworfen hätte, sie vor einer Attacke bewahren wollte. Unverzüglich beugte sich Hermann zu den am Boden Liegenden hinunter, ebenso überrascht wie Vera, die ihn mit aufgerissenen Augen anschaute.
Trotz aller Mühen gelang es ihr nicht, sich von Bernd zu befreien, der stumm auf ihr lag.
„Was ist passiert?“ wollte ihr Gatte wissen.
„Ich … weiß es nicht!“ kam es gequält aus ihrem Mund, und Hermann sah die verzweifelten Anstrengungen seiner Frau.
Da Bernd noch immer keine Anstalten machte sich zu erheben, packte Hermann ihn an der Schulter und drehte ihn behutsam um. Jetzt erst erkannte er den Blutfleck auf dessen Brust, der sich beängstigend rasch vergrößerte.
„Um Gottes Willen, Bernd! …
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