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…  Es war nur noch eine Frage von Sekunden, bis die Türen geöffnet waren und der Motor erstarb. Was nun folgte, war kaum zu beschreiben.
M wurde gepackt, vom Fahrersitz ins Freie geschleift, zahllose Hände griffen nach ihm. Das anfängliche animalische Schreien verstummte recht bald, übrigblieb ein keuchendes Zerren und Reißen an seinem Körper, ein Treten und Stampfen. Als erstes flogen Fetzen seiner Kleidung in die Luft, der teure Anzug löste sich in Wohlgefallen auf. Es folgten Hemd, Unterwäsche, Schuhe … 
Wie ein einziges großes waberndes Ungeheuer klebten die Menschen an und auf ihm, und als keine Kleidungsfetzen mehr greifbar waren, begannen sie an Ms Körperteilen zu zerren. Die Massenhysterie setzte unglaubliche Kräfte frei, bald wurde etwas in die Luft geschleudert und landete auf dem harten Boden. Es handelte sich um eine Hand; ein Bein folgte, danach ein Arm. Schließlich wurde der Kopf des Mannes in die Höhe geworfen und landete mit einem dumpfen Knacken auf dem Asphalt. Die Menge der aufgebrachten Bürgerinnen und Bürger war dabei, den Todesschützen in Stücke zu reißen. Er wurde gevierteilt, gesechstelt, geachtelt - am Schluß lagen unzählige Teile von ihm umher. 
Eine Frau um die sechzig, blutverschmiert bis zu den Schultern, hielt einen kleinen roten Ball in ihren ebenso roten Händen, wie eine Trophäe reckte sie ihn in die Höhe. Es sah aus wie ein … es war ein … Herz!
Von dem Berufskiller war beinahe nichts übriggeblieben. Verlassen stand der Lieferwagen in der Nähe, in seiner Umgebung Tote und Verletzte. Etwas verloren prangte die Aufschrift Wir erledigen es für Sie auf dem Seitenteil. Am heutigen Tag hatten andere die Erledigung übernommen, und gründlich. 
   Das Gericht trat an jenem Tag nicht zusammen. Der Vorsitzende Richter Ewald Stark drückte sein Bedauern aus über die Geschehnisse vor der und um die Festhalle und vertagte. Ohne den Hauptangeklagten schien es im Moment wenig Sinn zu haben, das Verfahren fortzusetzen. 
   
***

   Nur allmählich erholte sich der Staat von dem kolossalen Absturz in den finanziellen Ruin und den Verlust des Vertrauens seiner Bürger. Die meisten Finanzmittel kamen auf Umwegen wieder ins Land zurück, selbst Grabows ‚Ersparnisse’ wurden von den Fidschis überwiesen. Das Ausland zeigte mit Fingern auf die Deutschen. Es hatte allen Grund dazu.
   Grabow blieb verschwunden. Der verlassene Helikopter wurde auf einem Flugplatz südlich Frankfurts gefunden, ohne Hinweise auf den Verbleib seiner Insassen. …
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