Ein besonderes Augenmerk schenkte die Justiz der Vita Pharma AG. Von jenem rheinischen Pharmagiganten waren die verhängnisvollen Umschläge verschickt worden, die mehrere Millionen nicht arbeitende Menschen das Leben kosteten. Zu Beginn des ersten Verhandlungstages versteckten sich alle Beschuldigten noch vollständig hinter einer beinahe treuherzigen Unwissenheit. Erst als die jeweiligen Kompetenzen zur Sprache gebracht wurden, schnürte das Gericht den maßgeblichen Personenkreis immer weiter ein. Roald Nielsen zählte nicht dazu. Der Däne war einzig und allein für die Mischung verantwortlich gewesen. Von deren Bestimmung wußte er nichts, wie er glaubhaft versichern konnte.
Schließlich kristallisierten sich unaufhaltsam zwei Mitglieder aus der Chefetage heraus: Roman Schneider und Günther Hagen, beide im Vorstand besagten Pharmaunternehmens, beide ausgestattet mit besten Kontakten zur damaligen Gesundheitsministerin. Nach anfänglichen gegenseitigen Schuldzuweisungen, völlig unerklärlichen Gedächtnislücken und irrsinnigen Widersprüchen gelang es dem Gericht sie festzunageln. Unter Tränen gestanden sie den mit Abstand umfangreichsten Massenmord der Geschichte! Und die Gründe, die dazu geführt hatten. Der Mammon! Die Richter werteten jene Briefe, die nicht in den Versandt gelangten, als Mordversuch in über 10 Millionen Fällen.
Im Anschluß ging es den Politikern, alsdann den Managern und Vorständen sowohl der Banken als auch der Versicherungsbranche an den Kragen, jener Weißewestengemeinschaft, die aufgrund ihres selbstsüchtigen Finanzgebarens diese Katastrophe erst ausgelöst hatte. Ein Großteil wurde bis zum Lebensende in Sicherungs-verwahrung genommen. Nur einzelne erhielten Freiheitsstrafen von weniger als 20 Jahren.
Mittlerweile war fast ein Jahr vergangen, und das Gericht widmete sich endlich dem Hauptdrahtzieher: Rudolf Grabow.
***
Decker und Jung, zwei erfahrene Beamte der Frankfurter Kripo, saßen nachmittags in ihrem Büro. Decker telefonierte, Jung tippte am PC einen Bericht über den Einsatz der letzten Nacht, bei dem ein Beamter durch einen Messerstich verletzt worden war. Da läutete ein weiterer Apparat und die beiden wurden zu ihrem Vorgesetzten gebeten.
Die Aufgabe schien lösbar. …
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