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…  Ein behandschuhter Finger drückte die Taste, wenige Augenblicke später war das elektrische Singen des herannahenden Lifts zu vernehmen. Der Mann im Maßanzug stieg ein, leise schloß sich die Tür.  
Im obersten Stockwerk verließ er den Aufzug, begab sich zu einer schmalen Metalltür, öffnete diese mit Hilfe eines Messingschlüssels und stieg die steile Treppe empor zum Dach. Dort angekommen ließ er seine Augen über die angrenzenden Dächer hinwegschweifen, erkannte die Fassade der Frankfurter Festhalle, näherte sich in gebückter Haltung der Brüstung und stellte den Koffer ab. Die Sonne befand sich rechts hinter ihm, warf deutliche Schatten, dieser Platz war ideal. Es folgte der obligatorische Blick auf die Uhr. Noch verblieben ihm mehr als zwanzig Minuten.   
   Dieser Auftrag sollte mit äußerster Präzision durchgeführt werden, alles mußte minutiös zusammenpassen. Um Zehn begann der Prozeß. Einlaß war um 9 Uhr 45. Jetzt war es 9 Uhr 25. Im linken Ohr des Mannes steckte ein kleines Hörgerät, das von Zeit zu Zeit Informationen preisgab. M murmelte etwas in das winzige Mikro an seinen Lippen. Stille.
Der Koffer wurde geöffnet, M nahm das Stativ heraus und anschließend die Waffe, brachte den Lauf an, es war ein fabrikneuer Lauf. Anschließend befestigte er das Zielfernrohr und warf einen prüfenden Blick hindurch. Danach verschraubte er das Gewehr mit dem Dreibein. Die Suche nach dem Schalldämpfer blieb ergebnislos: Er befand sich nicht in dem Koffer. M zögerte. Zusammen mit dem Lauf wurde immer auch der Dämpfer ausgetauscht. Wurde er vergessen? War er überhaupt mitgeliefert worden? Das spielte nun keine Rolle, M mußte den Auftrag durchführen, wenn es nicht anders ging auch ohne Schalldämpfer. Erneut gab der Knopf in seinem Ohr Laute von sich, wieder murmelte M ein paar Worte. Im Anschluß Schweigen. 
Es sich hier auf dem Dach bequem zu machen, dafür reichte die Zeit nicht aus. M kniete am Boden, steckte sich eine Zigarette an und blies den dünnen Rauch nach unten, weg von der Brüstung. Leise meldete sich der Ohrknopf, M zog aus seiner Jackentasche ein Fernglas hervor, schaute hindurch und richtete es auf den riesigen Parkplatz im Hintergrund, der sich allmählich zu füllen begann. Er suchte einen blauen Audi mit Wiesbadener Kennzeichen. Es dauerte nicht lange und seine Anstrengung wurde von Erfolg gekrönt. Ein paar Worte ins Mikro folgten.

***

   Bernd steuerte das Gefährt zwischen parkenden Fahrzeugen hindurch, erspähte eine Lücke und setzte den Audi präzise dazwischen. …
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