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…  Sie sollten am folgenden Tag, früh morgens, in die Haftanstalt Darmstadt-Weiterstadt fahren, dort einen speziellen Gefangenen abholen und ihn zur Gerichtsverhandlung nach Frankfurt fahren. Danach sollte der Mann wieder zurückgebracht werden. Eine Routineangelegenheit. 
Gewöhnlich übernahmen die Kollegen vom Streifendienst derartige Fahrten. Diesmal jedoch bestand der Polizeipräsident darauf, daß Jung und Decker mit dieser Aufgabe betraut wurden. Von immenser Wichtigkeit, besaß sie oberste Priorität. Niemand sonst war eingeweiht.
   Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr 30 legten Jung und Decker schußsichere Westen an, setzten sich in einen grauen Golf und fuhren nach Weiterstadt. Dort angelangt, ließ man den Wagen sofort ins Innere der Haftanstalt, sie wurden bereits erwartet. Dem imposanten Gefangenen, der sowohl Hand - als auch Fußfesseln trug, wurde ebenfalls eine jener Westen übergestreift, die selbst aus nächster Nähe abgefeuerte Kugeln nicht zu durchdringen vermochten. 
Der Gefangene mit dem schütteren Haar fühlte sich darin ein wenig beengt und betonte das mehrmals, als der graue Golf die Anstalt verließ.
„In einem Sarg ist es noch etwas enger“, mußte er aus Jungs Mund erfahren und schwieg im Anschluß zu diesem Thema.
   Die beiden Beamten wußten um die Bedeutsamkeit ihres Auftrages, fuhren aber dennoch ohne Eskorte. Der Golf war unauffällig, nichts deutete auf ein Polizeifahrzeug hin, selbst die Nummernschilder waren keine städtischen. Jung und Decker aber waren gut bewaffnet. Jeder der Männer trug seine Dienstpistole im Schulterhalfter, im Kofferraum lagen Gewehr und Schrotflinte bereit. Mit einem Angriff rechneten sie nicht, waren dennoch darauf vorbereitet.
Über die A 5 ging die Fahrt in Richtung Frankfurt, vorbei am Flughafen, über den Main. In dichtem Berufsverkehr verließ der Golf die Autobahn am Messegelände, und Decker steuerte die Festhalle an.

***

   Der weiße Lieferwagen einer Frankfurter Gebäudereinigungsfirma passierte die offene Schranke der Messeeinfahrt, durchquerte einen Teil des menschenleeren Geländes und wurde unmittelbar an der Mauer der Messehalle 4 neben einem unscheinbaren Seiteneingang geparkt. Ein Mann in grauem Anzug und mit Sonnenbrille öffnete die Fahrertür, stieg aus, nahm einen Koffer vom Beifahrersitz und schlüpfte durch die schmale Tür in die Halle. 
Er war nicht zum ersten Mal hier. Sofort suchte sein Blick den Aufzug, und mit zielstrebigen Schritten näherte er sich der Fahrstuhltür. …
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