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…  Er trat neben den Freund und nahm die Pistole wieder in Verwahrung. Die Erleichterung in Grabows Gesicht wurde um einiges größer und war nicht zu übersehen.
Als befände sich hier auf dem Gelände niemand außer dem Mann an der Presse, dem Kranführer und ihnen, so verlassen kamen sich die Freunde im Augenblick vor. Sie blickten sich um, aber keine Menschenseele ließ sich sehen. Bernd benötigte unbedingt ein Telefon, um Lothar, um Verstärkung zu rufen. Denn diese beiden Handlanger, Grabows Handlanger, durften nicht entkommen.
„Ich muß Verstärkung holen“, erklärte Bernd dem Freund. „Wir brauchen Hilfe, sonst entwischen sie uns! Wir brauchen vor allem mehr Licht!“
Aber Hermann besaß kein Mobiltelefon. Er fragte Grabow, der zuckte nur verständnislos mit den Schultern und sagte kein Wort. Bernd untersuchte seinen Gefangenen, fand ein Telefon, klappte es auf, es war ausgeschaltet.
„Wir schaltet man es ein?“ fragte er Grabow, der schwieg lächelnd.
In Bernd stieg eine Ohnmacht auf, die ihm beinahe die Brust sprengte.
„Schalten Sie den Apparat ein, oder …!“ schrie er Grabow an, aber der machte keinerlei Anstalten, seinem Häscher Hilfe zu leisten. 
Bernd holte mit der Waffe aus, bereit, sie ihm mitten in sein unverschämtes Gesicht zu schlagen, aber etwas ließ ihn innehalten. Wenn dieser Mensch nicht wollte, dann würde er die PIN nicht preisgeben. Und es lag ihm fern, den Mann zu foltern. Obwohl Bernd da einige Methoden kannte …
Die Freunde hielten Ausschau nach einem Fernsprechapparat, aber hier in der Finsternis schien es aussichtslos. Da fiel Bernds Blick auf den Krankführer. Der müßte wissen, wo man telefonieren konnte! Erneut reichte er Hermann die Waffe und deutete auf den Mann hoch oben, der schwer beschäftigt in seiner beleuchteten Kabine saß. Soeben senkte sich die stählerne Klaue wieder herab. 
„Ich gehe ihn fragen“, sagte Bernd nur und verschwand in der Dunkelheit.
   Juri und Nadja lagen flach am Boden des Mercedes, wiegten sich in Sicherheit und bereiteten sich auf eine lange Nacht vor, als eine Erschütterung den Wagen erzittern ließ. Erschrocken hoben sie ihre Köpfe. Durch beide Fensteröffnungen schoben sich spitze Metallkeile, ein weiterer drang durch das Heckfenster ins Innere. Am Ende bohrten sich fünf Eisenkrallen ins Dach ihres Unterschlupfes und hoben ihn unsanft in die Höhe. Das Wrack begann zu schaukeln, die beiden wurden hin und her geschleudert. Die Klaue hatte sich über ihren Häuptern geschlossen und zu einem fünfzackigen Stern formiert, einem dunklen Stern. …
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