Grabow lehnte sich zurück, schaute aus dem schmierigen Seitenfenster und wurde auf eine eigentümliche Weise an seine chaotische Busfahrt auf den Fidschis erinnert, die ihn so aus der Fassung brachte. Fester krallten sich seine Finger um sein gesamtes Kapital im Beutel.
***
Das linke zugekniffen, starrte das rechte Auge des Mannes auf ein helles, unscharfes Geflecht aus Gittern, das beständig an seiner Augenbraue scheuerte. Immer wieder rieb der grobe Stoff an der Gesichtshaut. Nach einer anfänglichen Rötung und der nachfolgenden Blasenbildung hatte sich die Stelle geöffnet, und ein dünnes Rinnsal aus Blut und Wasser lief über seine Wange.
Schmerz verspürte Bernd keinen. Das periodische Brennen empfand er als Kühlung, war sich aber nicht ganz sicher. Er befand sich in einer Aufwachphase wie nach einer Narkose. Aufs neue rutschte der grobe Stoff vor seinem Auge hin und her, minutenlang.
Zu irgendeinem Zeitpunkt wollte Bernd das störende Etwas vor seinem Auge entfernen, konnte jedoch seine Hände kaum bewegen. Etwas hielt sie zusammen, als ob der eine Arm mit dem anderen zusammengewachsen wäre. In seinem kartoffelsackähnlichen Gefängnis war es hell genug, Bernd drehte den Kopf, machte nun das zweite Auge frei und schaute an seiner Brust entlang, bis er die Hände erkennen konnte: Sie waren mit grauen Klebestreifen gefesselt.
In seinem Kopf herrschte ein Chaos, wie es nur während eines Vollrausches entstehen konnte. Intensiv sog er die Luft ein, die durch den weitmaschigen Stoffsack herein strömte, es war warme Luft. Saubere, aber warme Luft. Seine ebenfalls gefesselten Beine waren gekrümmt, es gelang ihm nicht sie auszustrecken. Wo war er?
Erst allmählich wurde er den höllischen Krach gewahr, das Klingen, das Rasseln von Metall, das Rütteln der Ladefläche, auf der er lag. Ein spitzer Gegenstand bohrte sich in seinen Rücken, es begann unangenehm zu werden. Nach und nach verspürte er wieder Schmerz, war auf dem besten Weg zurück in die Wirklichkeit. Und mit einemmal fiel der Schleier der Ungewißheit von ihm ab, seine Gedanken ordneten sich, Angst bemächtigte sich seiner. Wovor genau er sich fürchtete, konnte er nicht sagen, aber diese Situation erwies sich als außergewöhnlich. Wenn Bernd die Lage richtig einzuschätzen imstande war, befand er sich auf einem LKW zusammen mit Metallteilen. Dieser fuhr. Wohin, das entzog sich seiner Kenntnis. Noch. Zu schreien hatte keinen Sinn, denn der Lärm übertönte alles andere. …
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