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… 
„Stop!“ rief Grabow plötzlich und Bernd stieg auf die Bremse. „Aussteigen!“
Das galt Lothar, und der Lauf von Juris Waffe unterstrich diesen Befehl. Lothar schickte einen kurzen Blick zu Bernd hinüber, der das Steuer hielt, und stieg aus.
„Mach dir keine Gedanken“, sagte er und schloß die Tür.
Sofort fuhr das Auto weiter. Lothar notierte sich dessen Nummer und eilte auf die Telefonzellen zu. Der grüne Wagen verschwand in Richtung Frankfurt. 
   Grabow war zufrieden mit dem Ergebnis, den anderen Beamten hatte er hierbei nicht gebrauchen können. Vereint waren ihm diese zwei Männer viel zu gefährlich. Er wollte Bernd – und dessen Freund Hermann. Nichts weiter. Und wenn es das letzte sein sollte, was er auf Erden tat. Diese beiden hatten auf jeden Fall eine interessante Reise vor sich. 
   Während der Fahrt in den Norden der Mainmetropole sprachen die Männer wenig. Grabow und Juri verständigten sich meist durch Handzeichen, nur Bernd fragte hin und wieder, wohin er fahren sollte. Um seine blutende Hand hatte Juri inzwischen ein Taschentusch gewickelt.
   Endlich erreichten sie ihr Ziel. Der Mietwagen fuhr durch ein breites Backsteintor - beinahe ein Tunnel - in einen weiten Hof, eingerahmt von mehrere Stockwerke hohen Backsteinwänden, und hielt vor einer Kellertreppe. Dieser Hof war übersät mit Altmetall jeglicher Art, sortiert nach Größe und Qualität, verteilt auf mehrere grob hingeschüttete Haufen. Im Hintergrund stand ein LKW, ein offener Kipper, etwas abseits davon ein niedriger Kran mit einem Greifer. 
Grabow stieg aus, lief die wenigen Kellerstufen hinunter, öffnete eine stählerne Tür und betrat einen Raum. Sekunden später erschien er wieder und gab Juri ein Zeichen. Der brachte Bernd hinunter, und die beiden Männer verließen den ungemütlichen Ort, nachdem die Tür fest verschlossen worden war.

   Rudolf Grabow, der meistgesuchte Mann Deutschlands, hatte keine andere Wahl gehabt, als sich bei Juri, seinem Befreier und zuverlässigen Mitarbeiter, einzuquartieren. Er durfte sich nirgends blicken lassen, sein Bild hing an allen öffentlichen Plätzen. Darüber hinaus war es Sommer. Keine Chance, sich zu vermummen. Inzwischen wußte auch Juri genauestens, wer Herr A tatsächlich war. 
   Juri hatte nichts einzuwenden gehabt gegen einen Gast namens Grabow, war ihm doch für seine selbstlose Hilfe eine fürstliche, eine märchenhafte Belohnung versprochen worden; einen Teil davon besaß er schon. …
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