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…  Pool dieser Gelder war der für den Staat so wichtige Rentenmarkt, dessen Kapazität einen gewichtigen Teil des Wertpapierhandels ausmachte. 
Als die Beamtenpensionen zur Sprache kamen, wurde Richter Stark bewußt, daß Beamte keine Sozialversicherungsabgaben leisteten, sie ihre Pensionen somit nicht aus einer Kasse, sondern aus den laufenden Steuereinnahmen erhielten. Klagen, die Betroffene wegen Pensionskürzungen eingereicht hatten, waren allesamt abgeschmettert worden. Daran erinnerte er sich nur zu gut. Heute erfuhr er die Gründe.
Der Richter hörte aufmerksam zu, machte sich zuweilen Notizen, fragte interessiert, scheute sich auch nicht, ein und dieselbe Frage ein zweites Mal zu stellen. Oder ein drittes. 
„Selbstverständlich gibt es Kontrollinstanzen, Bilanzen“, fügte der Professor an, das Thema der Finanztransaktionen und die damit verbundenen Kursmanipulationen ansprechend, „aber wenn die einvernehmlich umgangen oder gefälscht werden, wer sollte dann die Fehler bemerken. Wo kein Kläger ist … Aber es gibt noch einen anderen wichtigen Punkt über die Banken zu sagen. Viele deren Anlageberater, in welche die Kunden absolutes Vertrauen haben, beuten im Namen ihre Arbeitgeber jene Kunden schamlos aus, vernichten gezielt deren Kapital. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben, das täglich tausendfach passiert. Ein Kunde wird telefonisch von seinem Berater in Kenntnis gesetzt, er hätte eine neue, eine lukrative Anlage anzubieten. Der Kunde akzeptiert das neue Papier, das nach Angaben des Beraters sicher ist, abgesehen von minimalen Unwägbarkeiten, die zu erwartenden Zinsen betreffend. Wenige Wochen später fällt das Papier in den Keller, dem Kunden wird von seiten der Bank vorgeschlagen, zu verkaufen, um weitere Verluste zu vermeiden. Während die Banken vorgeben, das Kapital sei auf den internationalen Märkten versickert, stecken sie es in die eigene Tasche! Das ist ihnen schwer zu beweisen. Vielen Anlegern bleibt nicht einmal die Hälfte ihres Ersparten, anderen noch weniger. Manchen nichts.“
„Hoffentlich“, resümierte Richter Stark ironisch, „reichen den entlassenen Bank-Managern ihre Millionen-Abfindungen über die ersten schweren Tage hinweg...“
„Das sind keine Abfindungen“, widersprach der Professor mit einem gequälten Grinsen.
„Nicht?“ zeigte sich Stark überrascht.
„Nein“, erklärte Kühn. „Wir nennen sie Bestechungsgelder. Dafür, daß sie mit ihrer Mißwirtschaft aufhören!“ 
Richter Stark ließ ein Schmunzeln erkennen. …
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