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… 
„Setzten Sie sich. Trinken Sie! Dieser Tee ist nicht vergiftet“, sagte er, unter Anspielung auf die tödlichen Couverts der Vita Pharma.
Grabow verstand diesen Hinweis, und nach anfänglichem Zieren setzte er sich zu den zwei Beamten, deren richtige Namen er nicht einmal kannte. Was wohl stimmte, waren ihre Vornamen, dachte er, als er die Tasse zum Mund führte, denn sie nannten sich auch so, wenn sie sich alleine wähnten. Bernd und Lothar. Aus irgendeinem Grund hatte dieser Bernd eine große Wut auf ihn, wie er bei seinem ersten heimlichen Besuch erfahren mußte. Ins Gesicht hatte er ihn schlagen wollen, gar an die Haie verfüttern …
„Wie …wie lauten Ihre … richtigen Namen? Wie heißen Sie?“ fragte Grabow unerwartet.
Die beiden Freunde sahen sich an, konnten keinen Grund erkennen, warum sie ihm nicht reinen Wein einschenken sollten, und Lothar nannte seinen richtigen Namen. Grabow konnte ihn nicht zuordnen, wie sehr er sich auch bemühte.
„Bernd Roth! Das ist mein Name“, sagte Bernd in die Stille hinein.
Grabow stutzte, sein Gesicht verlor jegliche Farbe. Er fixierte Bernd, der in Gegenwart des Mörders seiner Gattin nicht die geringste Regung zeigte. Der Name Roth kam ihm nicht nur sehr bekannt vor, dieser Name stand auch für zahlreiche Schwierigkeiten, die ihm während seiner lukrativen Tätigkeit bereitet worden waren. Betreten schwieg Rudolf Grabow. Er wollte es nicht riskieren, diesen Mann durch ein unbedachtes Wort zu einer Unüberlegtheit zu provozieren. Erneut nahm er einen Schluck aus der Teetasse, der Tee schmeckte fad und war kalt.
„Sie haben ja recht daran getan, mich hierher zurückzubringen. Was ich gemacht habe, ist durch nichts zu entschuldigen!“
Bernd und Lothar erschraken beinahe über die Offenheit ihres Gefangenen. Es schien ihnen, als hätten sie sich verhört. Hatte der eben tatsächlich so etwas wie Reue gezeigt? Hatten sie sich in ihm getäuscht? Hatte sich die Bestie vom Saulus zum Paulus gewandelt?
„Warum haben Sie das getan?“ fragte Lothar fast naiv.
Grabow zuckte mit den Schultern, es sah aus, als hätte er sich in sein Schicksal ergeben. Als fügte er sich in den Umstand, demnächst vor Gericht der Untersuchungskommission Rede und Antwort zu stehen. 
Er könnte immer noch leugnen! Es gab kaum jemanden, der in der Lage war, ihn direkt zu beschuldigen. Außer dem Finanzminister und einiger Hoher Tiere der Versicherungsbranche. Die aber würden sich hüten! Im Grunde gab es kaum Beweise gegen ihn. …
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